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Mark Hosak

Reiki-Do Institut Rhein-Neckar

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Das Große Buch der Reiki-Symbole

Kapitel 1: Symbole und Mantras



"Das große Buch der Reiki-Symbole"

Mark Hosak/Walter Lübeck, Windpferd Verlag.

ISBN: 3-89385-445-2
Umfang: 624 Seiten
Preis: (D) 24,90 EUR (A) 25,60 EUR (CH) 43,70 SFr

mit persönlicher Widmung bestellen





T E I L 1 – K A P I T E L 1

KAPITEL 1:

Symbole und Mantras

als Werkzeuge der Spirituellen Energiearbeit

Ab dem 2. Grad3 werden im Usui-System der Natürlichen Heilung drei Symbole

und Mantras4 verwendet, mit denen Techniken möglich sind wie Fernbehandlung

und Kontaktaufnahme mit anderen Wesen aller Art sowie mit Situationen jenseits

der Grenzen von Zeit und Raum ( HS), Verstärkung und räumliche Ausrichtung des

Reiki-Kraftfl usses ( CR) und Mentalheilung ( SHK).

Sie wurden von Dr. Mikao Usui, dem Begründer dieses Systems, eingeführt, um

auch ohne jahrelange, intensive Übungen und Persönlichkeitsentwicklung fortgeschrittene

Formen der spirituellen Heilungsenergiearbeit für seine Schüler zugänglich

zu machen.

Gleichzeitig sind in allen Symbolen – den dreien des 2. Grades, dem Meistersymbol

und dem alten Schriftzeichen für Reiki5 – eine Fülle von tiefgründigen Erkenntnissen

der spirituellen Philosophie, Anregungen und genaue Anweisungen für eine reiche

Vielfalt spiritueller Energiearbeit enthalten. Ebenso wie präzise Angaben über die

göttlichen Wesen, die Reiki als Kraftfl uss von den himmlischen Welten zu den Wesen

der materiellen Welt leiten und die Tradition des Usui-Systems der Natürlichen Heilung

unterstützen.

(3 Diese Aussage gilt für das westliche Usui- Reiki. Zu den Zeiten Usuis und Hayashis wurde häufi g

bereits Reiki-Schülern, die längere Zeit den 1. Grad praktizierten, das Kraftverstärkungssymbol per

Einweihung übergeben. Allerdings war die gesamte Gradeinteilung damals anders, da die heute in

Form von drei Graden gelehrten Ausbildungsinhalte auf sechs Stufen verteilt wurden. Und da auch

die Ausbildung als solche anders war, da sie weniger in Form von Seminaren als in kontinuierlich

stattfi ndenden Treffen vermittelt wurde, gab es wesentlich mehr individuelle Unterschiede in Bezug

der innerhalb einer Ausbildungsstufe vermittelten Inhalte. Dieses System hat Vor- und Nachteile:

Die damalige Art der Ausbildung ist zusammenhängend und beinhaltet viel Praxis und eine innige

Lehrer-Schülerbeziehung. Die heute meistens anzutreffende Art der Ausbildung ist zeitlich wesentlich

fl exibler und es ist für einen Menschen, der Reiki lernen möchte und nicht am Ort wohnt, sehr viel

leichter, Reiki zu erlernen. Wenn über einen längeren Zeitraum immer wieder Seminare belegt und

fl eißig „Hausaufgaben“ gemacht werden, ist der Ausbildungserfolg meiner Erfahrung nach durchaus

vergleichbar.)

(4 Mit den „Symbolen” sind die drei Zeichen des 2. Grades und das eine Zeichen des 3. Grades gemeint,

mit deren Hilfe Reiki auf einfache Weise sehr vielseitig eingesetzt werden kann. Mit den „Mantras” sind

Worte gemeint, die den Symbolen zugeordnet sind und diese zur Wirkung bringen, also aktivieren.)

(5 Alle Symbole und Mantras sind ausführlich in den entsprechenden Kapiteln erklärt. Siehe Inhalts- und

Stichwortverzeichnis.)

So kann das Studium dieser Symbole die Wurzeln des von Usui begründeten Heilungssystems

verständlich machen und den Suchenden darin unterstützen, ganz neue,

kraftvolle Anwendungen der Energiearbeit zu entdecken. In dem vorliegenden Buch

wird all dieses Wissen zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit zum Selbststudium

zugänglich gemacht. Wir hoffen und glauben, dass dies dazu beitragen wird, dem

Reiki-System die ihm gebührende Anerkennung in der ganzheitlich-medizinischen

Fachwelt zu verschaffen. Nur auf der Grundlage gesicherten, praxisorientierten Wissens

kann das ganze Potential der Heilungskräfte des Reiki-Systems erschlossen werden.

Wer sich aus diesem beeindruckend großen „Werkzeugkasten“ einmal gründlich

bedient hat, wird ihn nicht mehr missen mögen.

Symbole und Mantras – Irrungen und Wirrungen

Um die Symbole und Mantras ranken sich viele Geschichten, Ideen und Vermutungen.

Zum Beispiel, allein die Kenntnis der Symbole und Mantras würde bereits den

Zugang zu Reiki vermitteln und die Einweihungen wären dann überfl üssig – was

übrigens nicht stimmt, denn sonst würden sich ja zum Beispiel längst entsprechende

Reiki-Seminare erübrigt haben, weil die Menschen irgendwann festgestellt hätten,

dass es auch ohne Einweihung geht. Fehlen würde dann jedoch immer noch die Ausbildung,

die zur effektiven Nutzung des „Werkzeugkastens“ nun einmal nötig ist. Und

in den vielen spirituellen Traditionen würden bestimmt auch nicht seit Jahrtausenden

die Schlüssel zu spirituellen Kräften mittels Einweihung weitergegeben werden. Es

ließe sich ja immerhin eine Menge Zeit sparen. Und die ist nicht erst heute knapp!

Eine weitere, häufi g anzutreffende Idee ist, dass es im Grunde egal sei, wie die Symbole

gezeichnet oder die Mantras ausgesprochen werden, solange man sich gut damit

fühlt. Das ist auch nicht richtig. Wie jeder weiß, kann ein Schlüssel ein Schloss nicht

aufschließen, zu dem er nicht passt. Das gilt auch für Symbole und Mantras, die im

Rahmen praktischer Energiearbeit eingesetzt werden. Im Übrigen müsste es ja sonst

auch möglich sein, irgendwelche, willkürliche Bewegungen zu vollführen, mit denen

man sich gut fühlt, und dann dieselben Ergebnisse wie bei einer Reiki- Fernheilung

zu erzielen.6 Wie der weltweite Erfolg der Reiki-Methode seit der Einführung des

Usui-Systems beweist, muss etwas an den Ergebnissen der Einweihungen, Symbole

und Mantras sein, dass die Menschen überzeugt hat und immer wieder überzeugt,

6 Ähnliches gilt für die Heilige Geometrie, die in Traditionen wie Feng Shui ( China), Vastu ( Indien) oder

Geomantie (Europa) benutzt wird. Es müssen bestimmte Proportionen, Grundrisse und symbolische

Elemente, sowie passend zum spirituellen Zweck ausgewählte Materialien verwendet werden, um ein

Bauwerk zu schaffen, das der Göttlichen Ordnung entspricht und entsprechende Aufgaben erfüllen

kann.

dies anstatt „irgendetwas“ zu machen. Es ist wichtig, sich ab und an solche Tatsachen

zu vergegenwärtigen, um die phantastischen Möglichkeiten der Reiki-Methode nicht

aus den Augen zu verlieren und sich in Wunschträumen zu verirren.

In diesem Kapitel geht es um eine allgemeine Erklärung, was Symbole im spirituellen

Sinne sind, warum und unter welchen Umständen sie als Werkzeuge der praktischen

Energiearbeit funktionieren und was sie zu einem Bestandteil einer spirituellen

Tradition macht. Dieses Grundwissen ist wichtig, um die speziellen Ausführungen

über die Reiki-Symbole in diesem Buch zu verstehen.

Was ist ein Symbol aus spiritueller Sicht?

Ein Symbol ist eine Erfahrung (zum Beispiel: Herzöffnung), die stark verkürzt und

vereinfacht dargestellt in eine abstrakte Form übertragen worden ist. Es kann auch eine

Anweisung (zum Beispiel zur Lenkung spiritueller Heilkräfte) oder Erkenntnis (zum

Beispiel die persönliche Gottnatur oder die eigene Vision für den Lebensweg) sein.

Es gibt zwei große Gruppen. Die erste umfasst die aus der Natur entnommenen

Symbole, wie beispielsweise: der Mond, die Sonne, das Licht, die Dunkelheit, die

Sterne, das Wasser, der Baum, die Schlange, ein Felsen oder Berg, ein See, Menschen

und Tiere. Die zweite künstlich erschaffene Symbole wie: die Buchstaben des

Alphabets, Mandalas, das Yin/ Yang-Zeichen, die Reiki-Symbole, Mantras, aber auch

Geschichten, die ein spirituelles Prinzip veranschaulichen.7

Symbole dienen im spirituellen Zusammenhang oft als Urbilder der höchsten Realität,

der göttlichen Schau, die aus der Erfahrung des erweiterten Bewusstseins – zum

Beispiel während einer Meditation oder einer visionären Erfahrung – gewonnen

werden. So können sie zum Beispiel als Vermittler von Erkenntnissen, Erfahrungen

und Inhalten heiligen Wissens dienen, die auf keine andere Weise dargestellt und

vermittelt werden können, weil sie sich in der Alltagserfahrung nicht direkt und so

umfassend und vernetzt mit anderen Lebensthemen wiederfi nden lassen.

Ein Symbol kann den Prozess des Verstehens sowohl im kreativen, intuitiven als

auch im analytisch-verstandesbezogenen Sinne auf allen Ebenen anregen, wenn sich

jemand ernsthaft und mit entsprechender Sachkenntnis ausgestattet darauf einlässt.

Gute Literatur über I Ging und Tarot sowie einige Werke Carl Gustav Jungs zu diesem

Thema können dir helfen, Symbole besser auf den unterschiedlichen Ebenen des

Verstehens zu erfassen und in praktisch nutzbare Erkenntnisse umzusetzen. Empfehlungen

dazu fi ndest du in der kommentierten Bibliographie im Anhang.

(7 Es ist sehr interessant und aufschlussreich, sich Orakel, die mit Bildern arbeiten, wie Tarot oder das

I Ging, daraufhin anzusehen, wo natürliche und wo künstlich erschaffene Symbole zur Darstellung

spiritueller Weisheit verwendet werden.)

Ein heiliges Symbol lässt sich natürlich nicht allein durch die Kräfte des logisch

arbeitenden Verstandes erklären und verstehen – jedoch auch nicht nur durch

Intuition und Gefühl! Beide Anteile des menschlichen Geistes müssen harmonisch

zusammenwirken – eben ganzheitlich funktionieren –, um ein spirituelles Symbol

erfassen und in all seinen Möglichkeiten einsetzen zu können. Deswegen besteht

auch in allen großen spirituellen Traditionen die Unterweisung im Gebrauch von

heiligen Symbolen aus einem verstandesorientierten, rationalen Teil, der folgerichtiges

Nachdenken, das Studieren entsprechender Texte und Lehrgespräche über eine systematisierte

Darstellung der Göttlichen Ordnung umfasst8, und einem Bereich, der

die Inspiration, Kreativität, Intuition, die persönliche Gefühlswelt und die mystische

Schau nutzen kann. Hier werden zum Beispiel Symbolmeditationen geübt, die die

Intuition entwickeln, und mit Techniken der spirituellen Energiearbeit eine stärkere

Resonanzfähigkeit zu den Quellen der Weisheit des Symbols gefördert. Häufi g wird

auch durch Einweihungen eine enge Beziehung zu einem für den Schüler passenden

göttlichen Wesen (im Esoterischen Buddhismus Yiddam genannt) hergestellt, um sein

Verständnis und die Persönlichkeitsentwicklung zu fördern.

Die verstandesmäßige Unterweisung ist zum Beispiel notwendig, um einem Schüler

die besondere Bedeutung der prinzipiell sehr vieldeutigen Symbole für die spirituelle

Tradition aufzuzeigen, in der er sich bewegt, aber auch deren Bezüge zu seinen

persönlichen Erfahrungen, Interessen und Eigenschaften und seinem momentanen

Lernprozess. Ohne den Einsatz des erkennenden Verstandes ist ein verantwortungsbewusster

Umgang mit dem Symbol in der praktischen Anwendung, aber auch im

Unterricht nachfolgender Schülergenerationen nicht möglich. Durch den Verstand

lassen sich auch oft leicht die aus unaufgearbeiteten neurotischen Mustern, Ängsten

und egoistischen Bestrebungen stammenden Fehlinterpretationen eines Symbols

identifi zieren und korrigieren.

Natürlich bedarf der Verstand einer intensiven Schulung, um diesen Aufgaben

gewachsen zu sein. Neben den allgemein gültigen Regeln klaren Denkens muss

er auch lernen, direkt mit den seine Fähigkeiten übersteigenden und ergänzenden

intuitiven Erkenntnisfähigkeiten und der spirituellen Inspiration sowie seinen wah-

(8 Jede Darstellung der Göttlichen Ordnung ist notwendigerweise falsch und unvollständig. Nichtsdestotrotz

ist so etwas sehr wichtig, um: a.) dem Verstand dabei zu helfen, sich auf spirituelle Themen

einzulassen; b.) spirituelle Lehren praktisch und konstruktiv im täglichen Leben umzusetzen; und c.)

anderen, die sich nicht mit diesen Themen auskennen, nachvollziehbare Ideen über Spiritualität vermitteln

zu können. Weiterhin solltest du nicht aus den Augen verlieren, dass es mehr oder weniger falsche

Darstellungen der Göttlichen Ordnung gibt. Es macht also durchaus Sinn, nach der immer besser

funktionierenden Version zu suchen und sich mit anderen, Gleichgesinnten darüber in Diskussionen

auszutauschen.)

ren Gefühlen9 zusammenzuwirken, um die Quadratur des Kreises, die Fortführung

der praktischen Erkenntnis in die Göttliche Wahrheit hinein vollbringen zu können.

Unterschiedliche Bedeutungen und Bedeutungsebenen

von Symbolen am Beispiel des Kreuzes

Das gleiche Symbol kann in verschiedenen spirituellen Traditionen sehr unterschiedliche

Botschaften beinhalten. So kann ein Kreuz die grundsätzliche Bedeutung einer

harmonischen, konstruktiven Vereinigung der Gegensätze in einer spirituellen Tradition

haben. Es kann weiterhin ebenso auf geschichtliche Ereignisse, die von großer

Bedeutung für die Tradition sind, und auch auf Personen, die Wichtiges zu dieser Tradition

beigetragen haben, hinweisen. In den unterschiedlichen Bereichen der Tradition

kann das Kreuz verschiedene Bedeutungsschwerpunkte haben, die, oberfl ächlich

gesehen, vielleicht erst einmal zusammenhanglos erscheinen, jedoch mittels eines tief

gehenden grundsätzlichen Verständnisses eine fundamentale Struktur der spirituellen

Lehre enthüllen und erläutern.

Eine Auswahl spiritueller Bedeutungen des Kreuzes

In diesem Zusammenhang kann das Kreuz die Beziehungen der vier Erzengel Michael,

Gabriel, Raphael und Uriel zeigen, oder die vier heiligen Elemente Feuer, Wasser, Luft

und Erde und ihre Beziehungen und Funktionen illustrieren. Es hilft zu verstehen,

dass zum Beispiel Leben immer dann entstehen kann, wenn die zeugenden Einfl üsse

der weiblichen und der männlichen Urgottheiten – der Großen Göttin und des Großen

Gottes – mit der sexuellen Vereinigung von Mann und Frau zusammentreffen.

Das Kreuz erklärt die Getrenntheit aller Arten von Wesen, wie auch die Möglichkeit,

die Trennung zu überwinden. Es macht verständlich, dass der ständige Austausch

aller Teilnehmer im Lebensprozess erst das so genannte vierdimensionale10 Raum/

Zeit-Kontinuum ermöglicht (Länge – Höhe – Breite – Zeit). In der psychologischen

Bedeutung erklärt es die unterschiedlichen Prozesse des Strebens eines Menschen:

Zum Spirituellen (Leben), zum Materiellen ( Tod), zu den weiblichen ( Yin) Themen

und zu den männlichen ( Yang) Themen des Lebens in der Welt. Das Kreuz zeigt die

Vereinigung der heiligen Kräfte zur Erzeugung eines individuellen Wesens – aber

9 Wahre Gefühle stammen aus der Persönlichkeit eines Menschen. Sie sind kraftvoll, spontan

und auf Gegenwärtiges ausgerichtet. So genannte Sekundärgefühle sind gefühlsähnliche

Verhaltensprogramme, die durch die Notwendigkeit zur sozialen Anpassung und unverarbeitete

Traumata geschaffen worden sind.

(10 Genau genommen ist das Universum nicht vierdimensional. Aber in diesem Zusammenhang reicht

diese stark vereinfachte Betrachtungsweise völlig aus. Genaueres über den Aufbau der Schöpfung

erfährst du im Kapitel „Spirituelle Kosmologie“.)

auch den Prozess des Todes, in dem sich die einzelnen Bestandteile trennen. Es zeigt

den Zustand des Leids, der dadurch entsteht, dass jemand keine Verantwortung für

seinen Weg übernimmt, sich zum Beispiel im Helfersyndrom verliert und deswegen,

durch seine Weigerung, das Leben spirituell wirklich sinnvoll und freudvoll zu nutzen,

bewegungsunfähig und leidend buchstäblich ans Kreuz genagelt ist.

Wer die vielfältigen Möglichkeiten, Glück, Sinn, Erfüllung und Liebe in einem

physischen Körper zu erfahren, nicht nutzen will, wird natürlich in Leid, Ohnmacht,

Schmerz, Angst und Sinnlosigkeit vegetieren. Anstatt die guten Gaben der Schöpferkraft

in dieser Welt zu nutzen, ergeht sich derjenige, der das physische Leben ablehnt,

in Anklagen gegen die, welche die Botschaft des Göttlichen verstehen und ihr Bestes

tun, Sinn und Liebe auch im materiellen Leben zu verwirklichen, das ihnen ja von der

Schöpferkraft geschenkt wurde.

Das Kreuz zeigt aber auch das Glück, das aus dem Tanz der Beziehungen, dem

unendlichen tantrischen Reigen von Verlangen, Sehnsucht, Hoffnung, Trennung

einerseits und Vereinigung, Erfüllung, Liebe und Ekstase andererseits entsteht und

den göttlichen Sinn der irdischen Existenz erfahrbar werden lässt.11

In der Mitte des Kreuzes kannst du im Gleichgewicht der Kräfte ruhen, dich

regenerieren und den Überblick behalten oder erlangen. Oder du kannst leiden,

weil du nicht alles gleichzeitig machen, nicht mit allem und jedem ständig intensive

Beziehungen haben kannst, und weil du die Gewohnheit pfl egst, auf das Entfernte

zu schauen anstatt das dir Nahe wahrzunehmen und ein chronisches Armuts- und

Elendsbewusstsein aufbaust.

Suum cuique – jedem das Seine!

Auf das Individuum bezogene Bedeutungen des Kreuzes

Auf einer persönlicheren Ebene kann das Kreuz dabei helfen, die Erfahrung des Todes

eines geliebten Freundes zu verstehen und sinnvoll zu integrieren, es kann die Notwendigkeit

einer eigenen Entscheidung klar machen, anstatt zu warten, bis jemand

anders sie trifft und damit das durch Entscheidungslosigkeit geschaffene Machtva-

kuum auffüllt. Das Kreuz kann den Prozess erklären, der nötig ist, um Kreativität

hervorzurufen, wenn sie gebraucht wird. Es kann die Ursachen persönlichen Leidens

durch Eifersucht, Gier, Dogmatismus und Neid erklären und Möglichkeiten der Heilung

dieser Probleme beschreiben.

Durch die Zuordnung zu den vier Elementen hilft das Kreuz, Ungleichgewichte

durch Überbetonung oder Vernachlässigung bestimmter Elemente im Alltag rechtzeitig

zu erkennen und auszugleichen. Es zeigt die Beziehungen der Elemente zueinander

– denn Feuer und Wasser stehen sich beispielsweise nicht grundlos genau gegenüber!

Wer eine Herausforderung im Leben bewältigen will, kann eine der vier Qualitäten,

die den vier Elementen entsprechen und in den vier Armen des Kreuzes dargestellt

sind, verwenden, um weiterzukommen. Zum Beispiel sich mit der Kraft des

Feuers dynamisch durchsetzen, andere zur Mithilfe motivieren, indem ihre Gefühle

entfl ammt werden und mit Enthusiasmus und Kreativität einen Weg (er-)fi nden.

Oder er kann in meditativer Versenkung in die eigene Mitte gehen, da wo sich das

Göttliche Sein und das menschliche Selbst berühren und sich von den auf diese Weise

gewonnenen mystischen Einsichten durch den Dschungel der Probleme leiten lassen.

Natürlich lässt sich das Symbol des Kreuzes, das übrigens im Altertum in weiten

Teilen des Orients und Okzidents ein Wahrzeichen der heiligen Kraft der Großen

Göttin war, noch wesentlich tiefer und umfassender auslegen, doch wollen wir es bei

diesen Beispielen belassen, um unser Ziel, das allgemeine Verständnis der spirituellen

Symbole, nicht aus den Augen zu verlieren.

Ein Symbol praktisch nutzen lernen

Um ein Symbol praktisch nutzbar zu machen, muss der Geist angeregt werden, die

abstrakte Bedeutung des Symbols an konkreten Problemstellungen und Ereignissen

des täglichen Lebens zu erfahren. Ein spirituelles Symbol beschreibt

eine Struktur in sehr knapper, präziser und ganzheitlicher Form.

Ein spirituelles Symbol ist eine Art Kurzschrift der Philosophie

des Heiligen.

Durch aus dem täglichen Leben entnommene Beispiele

wird die abstrakte Struktur des Zeichens verständlich, und

der bewusste Verstand kann Ähnlichkeiten in den Mustern

der Beispiele erkennen, bis er die Fähigkeit erwirbt, Struktur

und Inhalt, die durch das Symbol dargestellt werden, eigenständig

in der Welt und natürlich auch in sich zu erkennen. Durch regelmäßige Übung wird

der kreative Umgang mit dem Symbol ermöglicht, der dann wiederum persönliche

Erkenntnis und die Anwendung des durch das Symbol bezeichneten Prinzips zur Problemlösung

im Innen und Außen unterstützt.

Erst durch das umfassende Verständnis also, wo im konkreten Erleben die abstrakte

Botschaft des Symbols zu fi nden ist, können Kreativität und Intuition beginnen, ihre

Arbeit zu tun. Verstandesmäßiges Ergründen auf der Basis praktischer Erfahrungen

ist wie ein Pfl anzstock oder Pfl anzengitter im Garten, an denen sich die lebendig

wuchernden Ranken von Intuition, Kreativität und Inspiration entfalten können.

In Kurzform: Das abstrakte, unendliche Potential des Yang braucht die konkrete,

begrenzte und begrenzende (!) Struktur des Yin, um in Erscheinung treten und etwas

Praktisches bewirken zu können. Wenn also der männliche Freiheitsdrang gegen die

weiblichen Wünsche nach Heim und Familie und geordnetem Leben rebelliert, ist dies

nur zu verständlich – gleichwohl ist es gerade die durch die weibliche Struktur dem

Mann auferlegte Beschränkung, die ihm hilft, sich wirklich auf sein Potential, und

damit auf Verantwortung, Beziehung und damit letztlich auf sich selbst einzulassen.

Ohne eine konkrete Aufgabe ist die Wirkung von Kraft nicht beobachtbar – weil sie nicht

stattfi ndet. Freiheit von etwas macht keinen Sinn. Freiheit für etwas bewirkt Verantwortung,

Beziehung, Liebe, die Verwirklichung von Visionen und noch vieles mehr …

Der rechte Umgang mit spirituellen Symbolen setzt Inspiration, Kreativität und

Intuition in Gang – und damit letztlich die direkte spirituelle Erkenntnis, aus der aufmerksam

erlebten Erfahrung. Der Verstand könnte diesen Vorgang niemals ohne die

Hilfe von Symbolen leisten, da er die sich ihm zeigenden Erfahrungen in der Welt als

voneinander getrennt, als zusammenhanglos betrachten würde. Durch ein spirituelles

Symbol wird also ein Grundmuster des Lebens enthüllt, das sich in vielgestaltiger

Form mit jedoch immer gleicher Essenz zeigt. Symbole weisen auf die Gesetze und

Prozesse hinter den auf der direkt wahrnehmbaren Oberfl äche ablaufenden Vorgängen12

hin und geben so die Möglichkeit, sich an den Wahrheiten der verborgenen,

esoterischen Wirklichkeit in seinen Entscheidungen und Handlungen zu orientieren.

Was unterscheidet profane und spirituelle Symbole?

Spirituelle Symbole unterscheiden sich von profanen dadurch, dass sie in abstrakter,

kurzer Form Grundmuster des Lebens darstellen. Beispiel: Das Yin/ Yang-Symbol.

Profane Symbole beschreiben in abstrakter, kurzer Form eine Anweisung (Stoppschild;

Pluszeichen in der Mathematik) oder eine über die fünf Sinne – Sehen, Hören,

körperliche Empfi ndung, Riechen, Schmecken – wahrgenommene Erfahrung (ein

Buchstabe, der für einen bestimmten Klang steht; das Wort „Streicheln“; eine Zahl,

die eine Menge beschreibt). Natürlich können Symbole, die von vielen als profan, also

ohne tiefere Bedeutung, angesehen werden, durchaus eine umfassende Philosophie

vor den Augen des Unwissenden verborgen in sich tragen.

Zahlen zum Beispiel werden von praktisch jedem täglich zum Rechnen verwendet.

Außerdem kann man jedoch jeder Zahl ein spirituelles, kosmisches Prinzip zuordnen,

wie es in der altehrwürdigen Kunst und Wissenschaft der Numerologie getan wird.

Wer nicht über eine Ausbildung gelernt hat, Zahlen auch als spirituelle Symbole zu

erkennen, wird sie für die Numerologie nicht nutzen können. Auch hier zeigt sich wieder,

dass der Verstand als Voraussetzung und „Wasserträger“ spirituellen Bewusstseins

durchaus seine Berechtigung in einer spirituellen Ausbildung hat.

Eine weitere Wirkungsebene der spirituellen Symbole erschließt sich, indem ein

Mensch über eine Einweihung, die auf unterschiedliche Weise stattfi nden kann, die

Befähigung zur Handhabung von spirituellen Kräften außerhalb von subjektiven

Zuständen erlangt, als praktisches Machtmittel also. Dies kann per Ritual durch

einen dazu im spirituellen Sinne bevollmächtigten und entsprechend ausgebildeten

Vertreter der jeweiligen Tradition (Beispiel: Reiki- Einweihung; Kriyâ-Yoga- Einweihung;

TM- Einweihung) geschehen.

Ein anderer Weg führt über den Erwerb tiefen Verständnisses der essentiellen

Bedeutung des Symbols durch Lernen auf allen Ebenen des menschlichen Seins und

ein Ritual der Tradition, zu der das Symbol gehört. In dem Ritual wird eine dauerhafte

Vereinigung mit der spirituellen Essenz des Symbols im Rahmen der entsprechenden

Tradition geschaffen. Dies geschieht durch persönlichen Einsatz zu einer geeigneten

Zeit (passende astrologische Konstellation für den Übenden) und mittels der entsprechenden

Techniken der spirituellen Öffnung durch Anrufung der Lichtwesen, die mit

dem Symbol in Resonanz stehen, durch Mantra-Arbeit, passende Musik und symbo-

12 Das bedeutet dann: Esoterik – die Wahrheit hinter den Kulissen.

13 Gerade noch rechtzeitig realisiere ich die gegenüber meiner lange zurückliegenden Jugend doch

stark veränderte Zeitqualität: Ersetze bitte nach Belieben „Hi-Fi Stereo“ durch „Dolby 7.1 Surround

Sound“.

lische Handlungen (Rituale) zur Steigerung der persönlichen Resonanz zu der Essenz

des Symbols und den mit ihr verbundenen Lichtwesen (Beispiel: Selbsteinweihung Dr.

Mikao Usuis in die Kraft, mit Reiki arbeiten zu können; Kûkais Selbsteinweihung in

das Mantra des Wissens).

Was passiert genau bei einer Einweihung in die Kraft eines Symbols?

Es ist dabei wichtig zu verstehen, dass eine Einweihung nicht wirklich in die Kraft

eines Symbols erfolgt. Das Symbol ist eine Art Radioempfänger. Je nach der Eigenart

des Symbols und dem Grad der Einweihung kann der Betreffende damit Musik in

Telefonqualität oder in Hi-Fi Stereo13 hören, nur die Mittelwellensender, oder auch

UKW, KW und andere Bänder empfangen, den Klang verändern oder nicht und

so weiter. Ein Radio kauft man sich ( Einweihung durch einen anderen Menschen)

– oder baut es aus Einzelteilen selbst zusammen ( Selbsteinweihung wie oben erklärt).

Bietet ein Radiogerät viele Möglichkeiten, braucht es lange Zeit und intensives theoretisches

und praktisches Lernen, um zu verstehen, wie die vielfältigen Funktionen

richtig genutzt werden können. Wer vor einem Funkgerät im Cockpit eines Jumbojets

sitzt, ohne in dessen Handhabung ausgebildet worden zu sein, wird außer eventuellen

Zufallsergebnissen nicht viel von den vielen tollen Features des Hightech-Gerätes

haben. So wird es vielleicht verständlicher, dass Ausbildung und Einweihung

untrennbar zusammengehören.

So wenig wie ein Radiogerät ohne Stromquelle und einen Sender funktioniert, dessen

ausgestrahlte Botschaften es empfangen kann, können Symbole ohne eine Kraftquelle

und ohne die Mitwirkung eines göttlichen Wesens ihre Aufgaben erfüllen. Ein

wesentlicher Grund, warum in diesem Buch genau auf die verschiedenen Lichtwesen

eingegangen wird, die mit dem Usui-System der Natürlichen Heilung mit Reiki zu

tun haben!

Spirituelle Symbole sind als Werkzeuge objektiver Energiearbeit (siehe unten)

immer an eine bestimmte spirituelle Tradition, damit zusammenhängende Techniken

und dafür zuständige göttliche Wesen angeschlossen. In diesem Rahmen funktionieren

sie effektiv, berechenbar und zuverlässig, sofern der Nutzer in sie eingeweiht ist

und die Potentiale durch seine Ausbildung zu nutzen weiß.

Was ist, wenn ein Symbol in mehreren verschiedenen

spirituellen Traditionen verwendet wird?

Wenn ein bestimmtes Symbol in mehreren spirituellen Traditionen verwendet wird,

kann eine Einweihung innerhalb einer Tradition grundsätzlich nicht die Funktionen

dieses Symbols in allen Traditionen, wo es auftaucht, verfügbar machen. Ist eine

spirituelle Tradition aus anderen hervorgegangen, kann durch eine Einweihung und

Ausbildung in ersterer sowie intensives Studium, Erfahrung und mystische Erkenntnis

eine Reise zu den Wurzeln angetreten werden, die nach und nach immer mehr von

den geheimen Kräften des Symbols, die in vorausgegangenen Traditionen zugänglich

waren oder sind, verfügbar macht. Dieser Prozess hat viele Parallelen zu dem oben

angesprochenen Vorgang der Selbsteinweihung. Das vorliegende Buch ist mit der

Absicht verfasst worden, dem im Usui-System des Reiki eingeweihten Leser eine solche

Vertiefung und Erweiterung seiner Kenntnisse und Fähigkeiten zu ermöglichen.

Was ist ein Mantra?

Ein Mantra besteht aus einem Wort, Satz oder mehreren Sätzen in einer meist heiligen

Sprache wie Sanskrit oder es ist aus einer solchen in eine andere Sprache übertragen

worden. Mit einem Mantra lassen sich heilsame Einfl üsse auf allen Ebenen

gezielt oder allgemein zur Wirkung bringen. Mit einem Mantra lässt sich heilen, die

Persönlichkeitsentwicklung fördern, ein bestimmter spiritueller Einfl uss in das Leben

rufen, Angst harmonisieren, ein Tier besänftigen, ein Symbol, wie etwa eines der

Reiki-Zeichen aktivieren, Heilsteine reinigen und vieles mehr.

Die wörtliche Bedeutung eines Mantras lässt sich in den meisten Fällen nur ungefähr

angeben. Der Sinngehalt eines jeden Mantras ist wegen seines direkten Bezuges

zur Göttlichkeit so komplex, dass sich über ein Mantra mitunter eine Bibliothek an

Erklärungen schreiben lässt, zumal es auch oft mehrere Wirkungsebenen gibt, die

unterschiedliche Bedeutungen haben.

Die Herleitung des Wortes Mantra

Die Silbe „Man“ stammt ab von dem Sanskritwort „Manana“ (Denken). Die Silbe

„tra“ ist abgeleitet von „Trâna“ (Befreiung aus den Fesseln der Welt der Erscheinungen

= spirituelles Erwachen). Jedes Mantra ist in seinem tiefsten Wesen ein Aspekt der

Großen Göttin, die sich wiederum durch die Mantra-Übung in der Wirklichkeit

manifestiert. Eine jede Mantra-Übung ist dementsprechend eine Verehrung der Göttin.

Wird das Spirituelle Erwachen durch die Übung eines Mantras erfahren, hört der

Übende das Erste Wort, mit dem die Große Göttin in ihrer Erscheinungsform als Vâ c

Ansichten über Symbole

Jean Gebser, der neuzeitliche Schweizer Philosoph, meint, dass jedes

echte Symbol ein wirkendes Ursprungselement und präformierendes

Grundmuster des Seins, des Seienden und des Gewordenen, also der

ganzen Wirklichkeit, sei.

(Frei zitiert nach: „Ursprung“, Seite 244)

C. G. Jung sagt zum Thema Symbol, „… dass es [das Symbol] vom

Standpunkt des Realismus aus betrachtet keinen Wahrheitsgehalt

habe, aber es ist psychologisch wahr, und es war und ist die Brücke

zu den allergrößten Errungenschaften des Menschen“.

(Frei zitiert aus: „Symbole der Wandlung“, Seite 390)

Und weiter …

„Symbole sind geformte Energien, Kräfte, das heißt determinierende

Ideen, die einen ebenso großen geistigen wie affektiven Wert haben.“

(Frei zitiert aus: „Typen“, Seite 333)

Der Geist dann ruht auf seiner eignen Tiefe

und über seines Schoßes Dunkel brütet.

Was Absicht und Vernunft hervor nie riefe,

von selbst aufblühend lieblich dar sich bietet,

und aus der Kräfte tief beseeltem Zeugen

sieht man der Dinge Urgestalten steigen.

(Humboldt, 57. Sonett)

das Universum, die Seinsebene der materiellen Welt mit allen dazugehörigen Lichtwelten

geschaffen hat. In jedem Mantra ist Devatâ, das Höchste Bewusstsein enthalten.

Nur durch das Wiederholen eines Mantras allein entsteht keine spirituelle Übung

oder Wirkung. Der Übende muss sich der spirituellen Kraft in Wort, Gedanke und Tat

hingeben – bereit sein, sie vorbehaltlos zu verwirklichen und damit die heilige Kraft

der Göttin durch sich in die Welt hinaus fl ießen und Gestalt annehmen zu lassen.

Lippen und Zunge, mit denen ein Mantra geäußert werden, sind Refl exzonen des

2. Chakras. Der Kehlkopf und die Stimmbänder gehören zum 5. Chakra, das wiederum

seine Kraft vom 2. Chakra bekommt. Um die Kraft eines Mantras zu verstärken,

ist deswegen ein starkes, ausgeglichenes und mit den anderen Energiezentren gut

verbundenes 2. Chakra sowie ein gut funktionsfähiges 5. Chakra wichtig.

Wie werden Mantras richtig ausgesprochen und angewendet?

Die richtige Aussprache eines Mantras ist weniger wichtig als eine korrekte energetische

und spirituelle Beziehung zu seinem Sinngehalt und seiner spirituellen Quelle

sowie der aufrichtige Entschluss, den Sinngehalt des Mantras auf positive, dem Besten

des Ganzen dienende Weise zu verwirklichen.

Mantras funktionieren am schnellsten und besten, wenn der Übende von einem

kompetenten Lehrer entsprechend eingeweiht wird.

Eine allgemeine Wirkung eines Mantras ergibt sich durch tägliche, mindestens

108-malige Wiederholung. Um eine gezielte Wirkung zu bekommen, sollte vor jeder

Mantra-Arbeit eine entsprechende positive Bitte gedacht oder ausgesprochen werden.

Vor der Mantra-Übung kann die entsprechende Gottheit oder die Göttin allgemein

oder in Bezug auf ein besonderes Thema um Hilfe gebeten werden. Dies verstärkt die

Wirkung der Mantra-Arbeit wie ein Brennglas. Zum Schluss einer jeden Übung sollte

um Segen gebeten und gedankt werden.

Die mindestens 108-malige Wiederholung setzt besonders starke spirituelle Heilkräfte

frei. Es gibt in der indischen spirituellen Tradition 108 heilige Namen der

Schöpferkraft und 108 ist die Anzahl der wesentlichen Energiekanäle (Nadis), die von

den Hauptchakras ausgehen.

Durch regelmäßige, idealerweise tägliche Übung von mindestens 108 Wiederholungen

eines Mantras oder ein Mehrfaches davon wird der Übende immer resonanter

für die Botschaften, Einwirkungen und Heilkräfte des Engels oder der Gottheit, die

das betreffende Mantra beschützt. So kann dieses Lichtwesen immer mehr für den

Betreffenden tun, Heilung auf allen Ebenen bewirken und bei der konstruktiven Veränderung

des Lebensmusters helfen. Gleichzeitig setzt das Mantra auch direkt in dem

Übenden heilsame Prozesse in Gang, die Gesundheit und Wohlbefi nden fördern und

die Psyche positiv beeinfl ussen.

Damit ein Mantra jedoch überhaupt eine Wirkung entfaltet, ob direkt oder indirekt,

muss zuerst eine grundsätzliche Resonanz hergestellt werden. Dies geschieht durch regelmäßige

Wiederholungen, wie oben beschrieben, oder eine entsprechende Einweihung, die

einen Kanal zu dem Lichtwesen öffnet, das für das entsprechende Mantra zuständig ist.

Um eine deutliche Wirkung zu erzielen, sollte mindestens 40 Tage lang täglich

108 Mal ein Mantra geübt werden. Ein Vielfaches von 108 Wiederholungen pro Tag

verstärkt die Wirkung erheblich.

Werden während etwa drei Monaten ungefähr 125.000 Wiederholungen eines

Mantras vollbracht, ergibt sich oft (aber nicht zwangsläufi g) eine Art spiritueller

Quantensprung in der Entwicklung des Übenden und er bekommt außerdem – oft –

die Fähigkeit, in das Mantra einzuweihen.

Der richtige Umgang mit einer Mâlâ (Gebetskette)

Für Mantra-Übungen werden meist so genannte Mâlâs, Ketten mit 108 plus einer

Perle verwendet. Ausgehend von der Einzelperle, auch Guru-Perle oder Meru (Heiliger

Berg) genannt, wird mit Daumen und Mittelfi nger Perle für Perle jede Wiederholung

des Mantras gezählt, bis die Guru-Perle auf der anderen Seite erreicht ist. Diese

wird einen Moment mit Daumen und Mittelfi nger gehalten, dann wird die Übung

fortgesetzt, indem Perle für Perle zurück gezählt wird. Die Guru-Perle wird bei einer

Mantra-Übung nie überschritten. Sie speichert die spirituelle Kraft und verstärkt so

wie eine Art Hebel mit der Zeit immer mehr die Mantra-Arbeit des Übenden.

Wird die Mâlâ von dem Übenden am Körper getragen und nachts unter das Kopfkissen

oder dicht neben den Kopf gelegt, unterstützt das die Wirkung sehr. Die Mâlâ

ist ein persönlich geprägter heiliger Gegenstand und sollte nicht ohne wirklich wichtigen

Grund an andere Personen verliehen oder aus der Hand gegeben werden.

Es gibt verschiedene Arten von Mâlâs, die jeweils bestimmte Mantra-Arten verstärken

können. So ist eine Rudraksh-Mâlâ besonders gut für Shiva-Mantras, eine Basilikum-

Mâlâ (Tulsiholz) unterstützt alle Göttinnen-Mantras. Grundsätzlich eignet

sich jedoch jede Mâlâ für jedes Mantra.

Eine Mâlâ sollte an einem besonderen Platz wie einem Altar aufbewahrt werden,

wenn sie nicht gebraucht wird.

Wird eine Mâlâ gesegnet verstärkt dies ihre Wirkung.

Was bedeuten die Endungen namahâ und svâhâ der Mantras?

Namahâ bedeutet „Ich bringe dar!“ (spirituelles Opfer). Diese Endung ist geschlechtslos.

Grundsätzlich wird namahâ als Endung von Mantras bis zum Alter von 29 – 30

Jahren verwendet.

Svâ hâ bedeutet: „Ich bringe den spirituellen Bereichen dar!“. Diese Endung ist weiblich.

Grundsätzlich wird svâ hâ als Endung für Mantras ab dem Alter von etwa 29 – 30

verwendet.

Das Wort Mahâ

Mit diesem Wort, das oft in einem Mantra vor den Namen einer Gottheit gesetzt

wird, lässt sich die Wirkung des Mantras verstärken und besonders harmonisch und

ganzheitlich wohltuend abstimmen.

Wie wirken Symbole eigentlich?

Symbole und Mantras werden weltweit in allen spirituellen Traditionen für Meditation,

Persönlichkeitsentwicklung, mystische Erfahrungen, Heilung und Energiearbeit

verwendet. Grundsätzlich lassen sich dabei zwei Arten von Wirkungen unterscheiden.

Symbole und Mantras,

die subjektive Veränderungen bewirken können

Moderne Beispiele dafür sind etwa Affi rmationen und der bewusste Gebrauch von

symbolisch bedeutsamen Gegenständen ( Kreuz, Yin/ Yang-Symbol, Kreis), Formen

und Farben, um bestimmte Stimmungen und Assoziationen hervorzurufen. Im esoterischen

Zusammenhang werden zum Beispiel im chinesischen Feng Shui – der Kunst

und Wissenschaft, Arbeits- und Wohnräume sowie Gärten lebensfreundlich und

heilsam zu gestalten – derartige Symbole gern eingesetzt.

Jedes beliebige Zeichen oder Bild, jedes Wort und praktisch jeder Gegenstand

kann auf diese Weise von jedem Menschen zum Zweck der Einleitung einer subjektiven

Erfahrung gebraucht werden, solange für den Betrachter eine bestimmte starke

Gefühlsassoziation, zum Beispiel aufgrund seiner Erziehung, seines kulturellen Hintergrunds,

der Zugehörigkeit zu einer Religion oder einer eindrucksvollen persönlichen

Erfahrung damit irgendwie verbunden ist.

Die dabei erzielten Wirkungen sind sehr unterschiedlich und durchaus nicht für

beliebige, unvorbereitete Anwender gleich, da eben die Art der persönlichen, gefühlsmäßigen

Wertung des Wahrgenommenen die Wirkungsart, -dauer und -intensität

wesentlich bedingt.

Angesprochen werden die Gefühle, moralische und ethische Werte und Normen,

Assoziationsketten, Erinnerungen. Es wird eine Erwartungshaltung aufgebaut und

eventuell neben dem Hervorrufen einer mehr oder weniger komplexen Stimmung

eine gefühls- oder verstandesmäßige Einsicht bewirkt. Die Wirkungen sind hier also

wesentlich von individuellen Vorprägungen abhängig. Die subjektive Veränderung

kann soweit gehen, dass Körper- und Bewusstseinszustände verändert werden und

auf diese Weise sowohl Krankheits- als auch Gesundungsprozesse unterstützt werden

können. Wer das schwer nachvollziehbar fi ndet, möge sich die starken emotionalen

und darauf beruhenden körperlichen Reaktionen der Zuschauer bei Filmen wie „Vom

Winde verweht“ und „Dornenvögel“ vergegenwärtigen.

Die mitunter hohe Effektivität der subjektiv wirkenden Symbole ist in keiner

Weise eine magische Wirkung im Sinne der Energiearbeit! Magie funktioniert defi -

nitiv nicht auf der Basis individueller Vorprägungen und purem Glauben. Objektive

Energiearbeit, im Sinne der Veränderung der Struktur individueller Lebensprozesse

(Magie/ Zauberei) durch Erzeugung von im Außen und Innen des Menschen wirksamen

Tendenzen, die bestimmte Ereignisse und Erlebnisqualitäten begünstigen und

andere schwächen, oder das Arbeiten mit Kräften, die von Lichtwesen, wie Göttern,

Bodhisattvas und Engeln empfangen werden ( Reiki; Geistheilung) fi ndet bei der

Arbeit mit subjektiv wirksamen Symbolen grundsätzlich nicht statt.

Wie wird mit einem subjektiv wirkenden Symbol gearbeitet?

Jedoch können subjektiv wirksame Symbole verwendet werden, um sich in Bewusstseinszustände,

Stimmungen und Körperzustände zu versetzen, die objektive Energiearbeit

zu unterstützen vermögen. Insofern gibt es viele Übergänge zwischen beiden

Bereichen. Außerdem kann, je nach Ausbildungsfortschritt eines Schülers, ein subjektiv

wirkendes zu einem objektiv wirkenden Symbol werden! Zum Beispiel durch eine

Einweihung.

Grundsätzlich ist jedes Symbol, dessen Bedeutung einem Anwender nicht durch

entsprechende spirituelle Unterweisung ( Lernen kombiniert mit Erfahrung und Einweihung)

verständlich ist, nur ein subjektiv wirkendes Instrument. Es wird deswegen

vorzugsweise betrachtet oder im Geiste visualisiert und bewusst mittels der Vorstellung

mit bestimmten Zuständen von Körper und Geist, Erfahrungen und Erkenntnissen

im Innen und Außen verbunden. Natürlich können auch durch solche Symbole

die Lebensenergien des Körpers bewegt und innerhalb gewisser Grenzen verändert

werden. Die Nerventätigkeit, die aus der Akupunktur bekannten Meridiane und

die Chakras (nicht materiell vorhandene, aber an den physischen Körper gebundene

Energieorgane, die die unterschiedlichen Lebensthemen organisieren und repräsentieren)

reagieren auf das menschliche Gefühlsleben, Erinnerungen, Assoziationen,

Bewusstseinszustände und deren sinnvolle Integration in die Gesamtpersönlichkeit.

Im Unterschied zu den objektiv wirkenden Symbolen geht jedoch die Wirkung

grundsätzlich nicht über das persönliche Energiefeld ( Aura) eines Menschen hinaus.

Das Neurolinguistische Programmieren ( NLP), Mentaltraining und Silva Mind

Control sowie Autogenes Training sind bekannte Systeme, die subjektiv wirkende

Symbole auf die oben erklärte Art nutzen.

Symbole und Mantras,

die objektive Veränderungen bewirken können

Beispiele dafür sind die Reiki-Symbole und Mantras, aber auch Runen oder magische

Amulette und die aus dem indischen Vastu, der „Mutter des Feng Shui” bekannten

heiligen Mandalas (Yantras), mit deren Hilfe die energetischen Qualitäten und die

Wohnatmosphäre von Räumen verändert werden, oder Mantras wie „Om namah

Shivaya“ und „Om mani padme hum“.

Um mit diesen Werkzeugen im Sinne objektiver Energiearbeit umgehen zu können,

bedarf es grundsätzlich der Vermittlung durch jemanden, der sie bereits in einem

bestimmten objektiven Rahmen einsetzt und die Fähigkeit hat, das System seiner

Energiearbeit spirituell zu übertragen. Oder aber der innigen Einstimmung auf das

entsprechende System sowie natürlich dem Erlernen des fachgerechten Gebrauchs des

Symbols.

Letzteres wird zum Beispiel im Esoterischen Buddhismus (dem spirituellen Weg,

aus dem Reiki seinerzeit hervorging) mittels präziser Rituale und dem – oft mehr als

100.000 Mal wiederholten – Rezitieren von Einweihungsmantras zu für den Übenden

günstigen astrologischen Zeiträumen bewirkt, verbunden mit einer Abfolge von Visualisationen

von Mandalas und Anrufungen der entsprechenden Gottheiten in Zuständen

tiefer Meditation. Usui nutzte einige dieser Möglichkeiten zur Selbsteinweihung

während seines 21-tägigen Retreats auf dem Kurama-Berg, einem seit Jahrhunderten

berühmten Kraftplatz in der Nähe Kyotos. Dort fastete er in der Abgeschiedenheit,

nahe bei einem malerischen Wasserfall. Unterstützt von der Kraft des heiligen Platzes

sowie den außerordentlich günstigen astrologischen Konstellationen in den Transiten

seines Geburtshoroskops14, erlangte er in einem mystischen Erleuchtungserlebnis

Zugang zu der Heilkraft des Reiki und der Macht der damit verbundenen Mantras,

Symbole und Einweihungsrituale. Diese astrologische Situation war so außergewöhnlich

positiv für eine spirituelle Erleuchtungserfahrung, wie ich es in meiner astrologi

schen Praxis und diesbezüglichen Forschungen noch nie zuvor gesehen habe.

Trotzdem hätte diese günstige Zeitqualität nichts genützt, wäre Dr. Usui nicht durch

sein jahrzehntelanges spirituelles Studium gut vorbereitet gewesen und hätte er nicht

genau gewusst, welche Art von Übungen er wo und wie lange durchführen musste.

14 Vergleiche dazu das von mir (Walter) aufgestellte Geburtshoroskop Dr. Mikao Usuis in meinem Buch:

„Reiki – Der Weg des Herzens“, Windpferd Verlag.

Wird der erste, recht unkomplizierte und im Allgemeinen wenig anstrengende Weg

von Mensch zu Mensch gewählt, anstatt die aufwendige Prozedur des zweiten Weges,

wird dies als Einweihung15 bezeichnet. Diese kann, je nach der Eigenart der entsprechenden

Tradition, auf die unterschiedlichste Art im Rahmen eines Rituals praktisch

umgesetzt werden.

Beispiele dafü r sind: Reiki- Einweihungen, taoistische Einweihungen (Qi Gong und

Magie), Übertragen von Barraka bei den Sufi s, Shaktipad im Hinduismus, tantrische

Einweihungen, Kriyâ-Yoga, schamanische Einweihungen in eine bestimmte Medizinkraft,

Einweihungen innerhalb einer magischen Loge in einen bestimmten Grad (zum

Beispiel: Adeptus minor) oder eine bestimmte spirituelle Kraft einer Gottheit.

Wie können subjektiv wirkende Zeichen

zu objektiv wirksamen Symbolen werden?

Grundsätzlich können thematisch geeignete, nicht zu allgemeine Symbole der ersten

Kategorie durch entsprechende Übungen und großes persönliches Engagement

( Hingabe) sowie spirituelle Unterstützung, zum Beispiel von Engeln, zu Werkzeugen

mit genau defi nierten Funktionen im Rahmen der zweiten Kategorie gemacht

werden. Falls sie es nicht schon vorher waren. Meistens ist es dazu notwendig, dass

der Betreffende zumindest zeitweise in einem Erleuchtungszustand gewesen ist, um

die dazu nötige Arbeit zu erledigen, oder bewusst in einen solchen Zustand eintreten

und dort verweilen kann. Die Funktion eines Mantras oder eines Symbols vor seiner

Überführung in die zweite Kategorie ist nicht unbedingt im objektiven Sinne eindeutig.

Vor allem nicht, wenn es sich um ein künstlich geschaffenes Symbol handelt,

das ja im Grunde eine willkürlich und subjektiv gewählte Erscheinungsform besitzt.

Das gleiche Zeichen, das gleiche Wort oder der gleiche Satz können in verschiedenen

esoterischen Traditionen mit sehr unterschiedlichen Funktionen, Gottheiten und

Energien in Zusammenhang stehen; einmal sehr kräftig, im anderen Falle aber auch

sehr sanft wirken. Je stärker ein Symbol in seiner Erscheinung an eine in der Welt zu

beobachtende Struktur erinnert, desto enger ist dadurch grundsätzlich der Bereich

seiner möglichen Wirkungen festgelegt.

Wie Dr. Mikao Usui die Symbole und Mantras einer verloren gegangenen

Heilungstradition für sich wieder belebte

Dr. Usui musste sich Zugang zu einer verloren gegangenen Tradition verschaffen

und ging auf die oben beschriebene Weise vor, als er vor dem Problem stand, dass die

Symbole und Mantras, die er in den Sanskritschriften gefunden hatte, für ihn nicht

15 Im Gegensatz zur Selbsteinweihung.

praktisch funktionierten. Durch seine dreiwöchige Meditation und das Fasten auf

dem heiligen Berg Kurama verband er sich mit der spirituellen Tradition, die hinter

den Schriften, den Symbolen und Mantras stand, und erlangte die Fähigkeiten,

Reiki-Kanal zu sein, andere in diese spirituelle Tradition einweihen und die Werkzeuge

dieser Überlieferung gestalten und gebrauchen zu können. Er musste gleichsam

auf eine mystische Reise zur göttlichen Quelle des Reiki gehen, um dort persönlich als

Bote und Wasserträger der Göttlichen Kräfte angenommen zu werden.

Woher beziehen die objektiv wirkenden Symbole ihre Kräfte?

Objektiv wirkende Symbole beziehen ihre Kräfte von Lichtwesen, wie Gottheiten,

transzendenten Buddhas und Engeln – sie werden einem Menschen, der sie benutzt,

quasi nur geliehen. So kann eine solche spirituelle Kraft in einem Menschen Stimmungen,

Gefühle, Erinnerungen, Assoziationen, Körper- und Bewusstseinszustände

sowie natürlich auch Zustandsveränderungen in seinem Energiesystem bewirken. Die

Einfl ussmöglichkeiten objektiv wirkungsfähiger Symbole gehen unter Umständen, je

nach ihrer Eigenart, weit über das persönliche Energiefeld eines Menschen hinaus. Sie

können Beziehungsstrukturen, die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen, den Zustand

von Materialien, die Funktionen elektrischer Geräte, den Ladungszustand von Batterien,

die Oberfl ächenspannung von Wasser, die Menge von Biophotonen, die die

Hand eines Menschen abstrahlt und vieles mehr direkt beeinfl ussen. Ein Beispiel

dafür ist die Fernbehandlungstechnik des Reiki-Systems.

Daraus lässt sich unter anderem der Schluss ziehen, dass die Symbole und Mantras,

die Dr. Usui in seinem System verwendet, absolut nicht Reiki sind, sondern dass sie erst

durch die traditionellen Einweihungen im Rahmen des Usui-Systems der Natürlichen

Heilung für den Eingeweihten anwendbar werden. Ansonsten sind sie Zeichen und

Worte wie andere auch und werden in der alltäglichen Sprache in Japan in anderen

Zusammenhängen oft verwendet. Es werden Tempel und Grabstätten mit ihnen

geschmückt, wobei ihr Sinngehalt nicht direkt mit den aus der Reiki-Praxis bekannten

Funktionen verbunden ist.

Wenn die Symbole und ihre Mantras korrekt, im Rahmen von Reiki- Einweihungen

vermittelt werden, kann sich jeder auf ihre Kraft und ihre Wirkung innerhalb

dieses Systems verlassen. Einfach aus Büchern – wie diesem – abgeschaute oder von

Freunden ohne die dazugehörige Initiation übernommene Symbole und Mantras sind

bloße Schriftzeichen aus dem esoterischen Themenbereich – aber keine präzisen,

kraftvollen Werkzeuge der Energiearbeit.

R E I K I G O N G

Zusätzliche Symbole und Mantras

Immer wieder tauchen weltweit neue Symbole und Mantras auf, die oft von den

jeweiligen Reiki-Schulen als zum Traditionellen Usui- Reiki dazugehörig angesehen

werden. Dazu ist Folgendes anzumerken:

Im traditionellen Reiki westlicher Prägung nach Dr. Mikao Usui gibt es drei

Grade.

Im ersten Grad wird die Kontaktbehandlung praktiziert. Eine Einweihung, die den

aktiven Gebrauch von Reiki-Symbolen oder Mantras ermöglicht oder eine Unterweisung

im Gebrauch von Symbolen fi ndet nicht statt.

Im zweiten Grad werden drei Symbole nebst ihren Mantras energetisch übergeben,

die nun von dem so Eingeweihten zur Kraftverstärkung, Mentalheilung und Fernbehandlung

sowie sich aus ihrem Wirkungsspektrum ergebenden Techniken der Reiki-

Energiearbeit eingesetzt werden können. Die Ausbildung im Gebrauch dieser heiligen

Werkzeuge umfasst mindestens Fernheilung, Mentalbehandlung und Kraftverstärkung.

Im dritten, dem Meistergrad, wird, je nach Schule, entweder nur die reine Einweihung

in den 3. Grad vermittelt, zusätzlich das Meistersymbol und sein Mantra

gelehrt, oder auch die komplette Ausbildung in Form der Einweihungsrituale in den

1., 2. und 3. Grad (eventuell in einzelnen Stufen) weitergegeben.

Weitere Grade und Symbole lehrte Usui nach allem zur Verfügung stehenden,

authentischen Material nicht.16 Die von ihm verwendeten Symbole und Mantras lassen

sich eindeutig auf in Japan weit verbreitete spirituelle Schulen wie „Esoterischer

Buddhismus“ und „Shintô“ zurückführen.

Werden nun weitere Symbole als Werkzeuge der Energiearbeit in das Usui-System

der Natürlichen Heilung aufgenommen, kann dies auf zwei Weisen geschehen:

a. Es werden Symbole und Mantras verwendet, die zu einer anderen Form von

Energiearbeit gehören, also auch grundsätzlich mit einer anderen Energie funktionieren.

Hier wird Reiki mit einer anderen Methode der spirituellen Energiearbeit

zusammen verwendet. Natürlich werden dann die zusätzlichen Symbole nicht im

Sinne von Reiki, nach den dafür geltenden Regeln, funktionieren, sondern nach

den Regeln der Tradition, aus der sie stammen.

In diesem Fall ist die reine Bezeichnung „Reiki” oder „Traditionelles Reiki”

irreführend. Denn es handelt sich nicht um die Spirituelle Lebensenergie, mit der

in diesem Fall mit den neuen Symbolen gearbeitet wird, und schon gar nicht um

16 Zu Usuis und Hayashis Zeiten wurden die drei oben erklärten Grade zwar in sechs Stufen unterteilt,

der Inhalt ist jedoch im Wesentlichen identisch. Manchmal wurde bereits erfahrenen Reiki-Schülern

des 1. Grades das Kraftverstärkungssymbol übergeben. Näheres über die Geschichte des Usui-Systems

der Natürlichen Heilung erfährst du zum Beispiel in dem Buch „Das Reiki-Kompendium“, Lübeck/

Petter/Rand, Windpferd Verlag.