Ab dem 2. Grad3 werden im Usui-System der Natürlichen Heilung drei Symbole
und Mantras4 verwendet, mit denen Techniken möglich sind wie Fernbehandlung
und Kontaktaufnahme mit anderen Wesen aller Art sowie mit Situationen jenseits
der Grenzen von Zeit und Raum ( HS), Verstärkung und räumliche Ausrichtung des
Reiki-Kraftfl usses ( CR) und Mentalheilung ( SHK).
Sie wurden von Dr. Mikao Usui, dem Begründer dieses Systems, eingeführt, um
auch ohne jahrelange, intensive Übungen und Persönlichkeitsentwicklung fortgeschrittene
Formen der spirituellen Heilungsenergiearbeit für seine Schüler zugänglich
zu machen.
Gleichzeitig sind in allen Symbolen den dreien des 2. Grades, dem Meistersymbol
und dem alten Schriftzeichen für Reiki5 eine Fülle von tiefgründigen Erkenntnissen
der spirituellen Philosophie, Anregungen und genaue Anweisungen für eine reiche
Vielfalt spiritueller Energiearbeit enthalten. Ebenso wie präzise Angaben über die
göttlichen Wesen, die Reiki als Kraftfl uss von den himmlischen Welten zu den Wesen
der materiellen Welt leiten und die Tradition des Usui-Systems der Natürlichen Heilung
unterstützen.
(3 Diese Aussage gilt für das westliche Usui- Reiki. Zu den Zeiten Usuis und Hayashis wurde häufi g
bereits Reiki-Schülern, die längere Zeit den 1. Grad praktizierten, das Kraftverstärkungssymbol per
Einweihung übergeben. Allerdings war die gesamte Gradeinteilung damals anders, da die heute in
Form von drei Graden gelehrten Ausbildungsinhalte auf sechs Stufen verteilt wurden. Und da auch
die Ausbildung als solche anders war, da sie weniger in Form von Seminaren als in kontinuierlich
stattfi ndenden Treffen vermittelt wurde, gab es wesentlich mehr individuelle Unterschiede in Bezug
der innerhalb einer Ausbildungsstufe vermittelten Inhalte. Dieses System hat Vor- und Nachteile:
Die damalige Art der Ausbildung ist zusammenhängend und beinhaltet viel Praxis und eine innige
Lehrer-Schülerbeziehung. Die heute meistens anzutreffende Art der Ausbildung ist zeitlich wesentlich
fl exibler und es ist für einen Menschen, der Reiki lernen möchte und nicht am Ort wohnt, sehr viel
leichter, Reiki zu erlernen. Wenn über einen längeren Zeitraum immer wieder Seminare belegt und
fl eißig „Hausaufgaben“ gemacht werden, ist der Ausbildungserfolg meiner Erfahrung nach durchaus
vergleichbar.)
(4 Mit den „Symbolen” sind die drei Zeichen des 2. Grades und das eine Zeichen des 3. Grades gemeint,
mit deren Hilfe Reiki auf einfache Weise sehr vielseitig eingesetzt werden kann. Mit den „Mantras” sind
Worte gemeint, die den Symbolen zugeordnet sind und diese zur Wirkung bringen, also aktivieren.)
(5 Alle Symbole und Mantras sind ausführlich in den entsprechenden Kapiteln erklärt. Siehe Inhalts- und
Stichwortverzeichnis.)
So kann das Studium dieser Symbole die Wurzeln des von Usui begründeten Heilungssystems
verständlich machen und den Suchenden darin unterstützen, ganz neue,
kraftvolle Anwendungen der Energiearbeit zu entdecken. In dem vorliegenden Buch
wird all dieses Wissen zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit zum Selbststudium
zugänglich gemacht. Wir hoffen und glauben, dass dies dazu beitragen wird, dem
Reiki-System die ihm gebührende Anerkennung in der ganzheitlich-medizinischen
Fachwelt zu verschaffen. Nur auf der Grundlage gesicherten, praxisorientierten Wissens
kann das ganze Potential der Heilungskräfte des Reiki-Systems erschlossen werden.
Wer sich aus diesem beeindruckend großen „Werkzeugkasten“ einmal gründlich
bedient hat, wird ihn nicht mehr missen mögen.
Symbole und Mantras Irrungen und Wirrungen
Um die Symbole und Mantras ranken sich viele Geschichten, Ideen und Vermutungen.
Zum Beispiel, allein die Kenntnis der Symbole und Mantras würde bereits den
Zugang zu Reiki vermitteln und die Einweihungen wären dann überfl üssig was
übrigens nicht stimmt, denn sonst würden sich ja zum Beispiel längst entsprechende
Reiki-Seminare erübrigt haben, weil die Menschen irgendwann festgestellt hätten,
dass es auch ohne Einweihung geht. Fehlen würde dann jedoch immer noch die Ausbildung,
die zur effektiven Nutzung des „Werkzeugkastens“ nun einmal nötig ist. Und
in den vielen spirituellen Traditionen würden bestimmt auch nicht seit Jahrtausenden
die Schlüssel zu spirituellen Kräften mittels Einweihung weitergegeben werden. Es
ließe sich ja immerhin eine Menge Zeit sparen. Und die ist nicht erst heute knapp!
Eine weitere, häufi g anzutreffende Idee ist, dass es im Grunde egal sei, wie die Symbole
gezeichnet oder die Mantras ausgesprochen werden, solange man sich gut damit
fühlt. Das ist auch nicht richtig. Wie jeder weiß, kann ein Schlüssel ein Schloss nicht
aufschließen, zu dem er nicht passt. Das gilt auch für Symbole und Mantras, die im
Rahmen praktischer Energiearbeit eingesetzt werden. Im Übrigen müsste es ja sonst
auch möglich sein, irgendwelche, willkürliche Bewegungen zu vollführen, mit denen
man sich gut fühlt, und dann dieselben Ergebnisse wie bei einer Reiki- Fernheilung
zu erzielen.6 Wie der weltweite Erfolg der Reiki-Methode seit der Einführung des
Usui-Systems beweist, muss etwas an den Ergebnissen der Einweihungen, Symbole
und Mantras sein, dass die Menschen überzeugt hat und immer wieder überzeugt,
6 Ähnliches gilt für die Heilige Geometrie, die in Traditionen wie Feng Shui ( China), Vastu ( Indien) oder
Geomantie (Europa) benutzt wird. Es müssen bestimmte Proportionen, Grundrisse und symbolische
Elemente, sowie passend zum spirituellen Zweck ausgewählte Materialien verwendet werden, um ein
Bauwerk zu schaffen, das der Göttlichen Ordnung entspricht und entsprechende Aufgaben erfüllen
kann.
dies anstatt „irgendetwas“ zu machen. Es ist wichtig, sich ab und an solche Tatsachen
zu vergegenwärtigen, um die phantastischen Möglichkeiten der Reiki-Methode nicht
aus den Augen zu verlieren und sich in Wunschträumen zu verirren.
In diesem Kapitel geht es um eine allgemeine Erklärung, was Symbole im spirituellen
Sinne sind, warum und unter welchen Umständen sie als Werkzeuge der praktischen
Energiearbeit funktionieren und was sie zu einem Bestandteil einer spirituellen
Tradition macht. Dieses Grundwissen ist wichtig, um die speziellen Ausführungen
über die Reiki-Symbole in diesem Buch zu verstehen.
Was ist ein Symbol aus spiritueller Sicht?
Ein Symbol ist eine Erfahrung (zum Beispiel: Herzöffnung), die stark verkürzt und
vereinfacht dargestellt in eine abstrakte Form übertragen worden ist. Es kann auch eine
Anweisung (zum Beispiel zur Lenkung spiritueller Heilkräfte) oder Erkenntnis (zum
Beispiel die persönliche Gottnatur oder die eigene Vision für den Lebensweg) sein.
Es gibt zwei große Gruppen. Die erste umfasst die aus der Natur entnommenen
Symbole, wie beispielsweise: der Mond, die Sonne, das Licht, die Dunkelheit, die
Sterne, das Wasser, der Baum, die Schlange, ein Felsen oder Berg, ein See, Menschen
und Tiere. Die zweite künstlich erschaffene Symbole wie: die Buchstaben des
Alphabets, Mandalas, das Yin/ Yang-Zeichen, die Reiki-Symbole, Mantras, aber auch
Geschichten, die ein spirituelles Prinzip veranschaulichen.7
Symbole dienen im spirituellen Zusammenhang oft als Urbilder der höchsten Realität,
der göttlichen Schau, die aus der Erfahrung des erweiterten Bewusstseins zum
Beispiel während einer Meditation oder einer visionären Erfahrung gewonnen
werden. So können sie zum Beispiel als Vermittler von Erkenntnissen, Erfahrungen
und Inhalten heiligen Wissens dienen, die auf keine andere Weise dargestellt und
vermittelt werden können, weil sie sich in der Alltagserfahrung nicht direkt und so
umfassend und vernetzt mit anderen Lebensthemen wiederfi nden lassen.
Ein Symbol kann den Prozess des Verstehens sowohl im kreativen, intuitiven als
auch im analytisch-verstandesbezogenen Sinne auf allen Ebenen anregen, wenn sich
jemand ernsthaft und mit entsprechender Sachkenntnis ausgestattet darauf einlässt.
Gute Literatur über I Ging und Tarot sowie einige Werke Carl Gustav Jungs zu diesem
Thema können dir helfen, Symbole besser auf den unterschiedlichen Ebenen des
Verstehens zu erfassen und in praktisch nutzbare Erkenntnisse umzusetzen. Empfehlungen
dazu fi ndest du in der kommentierten Bibliographie im Anhang.
(7 Es ist sehr interessant und aufschlussreich, sich Orakel, die mit Bildern arbeiten, wie Tarot oder das
I Ging, daraufhin anzusehen, wo natürliche und wo künstlich erschaffene Symbole zur Darstellung
spiritueller Weisheit verwendet werden.)
Ein heiliges Symbol lässt sich natürlich nicht allein durch die Kräfte des logisch
arbeitenden Verstandes erklären und verstehen jedoch auch nicht nur durch
Intuition und Gefühl! Beide Anteile des menschlichen Geistes müssen harmonisch
zusammenwirken eben ganzheitlich funktionieren , um ein spirituelles Symbol
erfassen und in all seinen Möglichkeiten einsetzen zu können. Deswegen besteht
auch in allen großen spirituellen Traditionen die Unterweisung im Gebrauch von
heiligen Symbolen aus einem verstandesorientierten, rationalen Teil, der folgerichtiges
Nachdenken, das Studieren entsprechender Texte und Lehrgespräche über eine systematisierte
Darstellung der Göttlichen Ordnung umfasst8, und einem Bereich, der
die Inspiration, Kreativität, Intuition, die persönliche Gefühlswelt und die mystische
Schau nutzen kann. Hier werden zum Beispiel Symbolmeditationen geübt, die die
Intuition entwickeln, und mit Techniken der spirituellen Energiearbeit eine stärkere
Resonanzfähigkeit zu den Quellen der Weisheit des Symbols gefördert. Häufi g wird
auch durch Einweihungen eine enge Beziehung zu einem für den Schüler passenden
göttlichen Wesen (im Esoterischen Buddhismus Yiddam genannt) hergestellt, um sein
Verständnis und die Persönlichkeitsentwicklung zu fördern.
Die verstandesmäßige Unterweisung ist zum Beispiel notwendig, um einem Schüler
die besondere Bedeutung der prinzipiell sehr vieldeutigen Symbole für die spirituelle
Tradition aufzuzeigen, in der er sich bewegt, aber auch deren Bezüge zu seinen
persönlichen Erfahrungen, Interessen und Eigenschaften und seinem momentanen
Lernprozess. Ohne den Einsatz des erkennenden Verstandes ist ein verantwortungsbewusster
Umgang mit dem Symbol in der praktischen Anwendung, aber auch im
Unterricht nachfolgender Schülergenerationen nicht möglich. Durch den Verstand
lassen sich auch oft leicht die aus unaufgearbeiteten neurotischen Mustern, Ängsten
und egoistischen Bestrebungen stammenden Fehlinterpretationen eines Symbols
identifi zieren und korrigieren.
Natürlich bedarf der Verstand einer intensiven Schulung, um diesen Aufgaben
gewachsen zu sein. Neben den allgemein gültigen Regeln klaren Denkens muss
er auch lernen, direkt mit den seine Fähigkeiten übersteigenden und ergänzenden
intuitiven Erkenntnisfähigkeiten und der spirituellen Inspiration sowie seinen wah-
(8 Jede Darstellung der Göttlichen Ordnung ist notwendigerweise falsch und unvollständig. Nichtsdestotrotz
ist so etwas sehr wichtig, um: a.) dem Verstand dabei zu helfen, sich auf spirituelle Themen
einzulassen; b.) spirituelle Lehren praktisch und konstruktiv im täglichen Leben umzusetzen; und c.)
anderen, die sich nicht mit diesen Themen auskennen, nachvollziehbare Ideen über Spiritualität vermitteln
zu können. Weiterhin solltest du nicht aus den Augen verlieren, dass es mehr oder weniger falsche
Darstellungen der Göttlichen Ordnung gibt. Es macht also durchaus Sinn, nach der immer besser
funktionierenden Version zu suchen und sich mit anderen, Gleichgesinnten darüber in Diskussionen
auszutauschen.)
ren Gefühlen9 zusammenzuwirken, um die Quadratur des Kreises, die Fortführung
der praktischen Erkenntnis in die Göttliche Wahrheit hinein vollbringen zu können.
Unterschiedliche Bedeutungen und Bedeutungsebenen
von Symbolen am Beispiel des Kreuzes
Das gleiche Symbol kann in verschiedenen spirituellen Traditionen sehr unterschiedliche
Botschaften beinhalten. So kann ein Kreuz die grundsätzliche Bedeutung einer
harmonischen, konstruktiven Vereinigung der Gegensätze in einer spirituellen Tradition
haben. Es kann weiterhin ebenso auf geschichtliche Ereignisse, die von großer
Bedeutung für die Tradition sind, und auch auf Personen, die Wichtiges zu dieser Tradition
beigetragen haben, hinweisen. In den unterschiedlichen Bereichen der Tradition
kann das Kreuz verschiedene Bedeutungsschwerpunkte haben, die, oberfl ächlich
gesehen, vielleicht erst einmal zusammenhanglos erscheinen, jedoch mittels eines tief
gehenden grundsätzlichen Verständnisses eine fundamentale Struktur der spirituellen
Lehre enthüllen und erläutern.
Eine Auswahl spiritueller Bedeutungen des Kreuzes
In diesem Zusammenhang kann das Kreuz die Beziehungen der vier Erzengel Michael,
Gabriel, Raphael und Uriel zeigen, oder die vier heiligen Elemente Feuer, Wasser, Luft
und Erde und ihre Beziehungen und Funktionen illustrieren. Es hilft zu verstehen,
dass zum Beispiel Leben immer dann entstehen kann, wenn die zeugenden Einfl üsse
der weiblichen und der männlichen Urgottheiten der Großen Göttin und des Großen
Gottes mit der sexuellen Vereinigung von Mann und Frau zusammentreffen.
Das Kreuz erklärt die Getrenntheit aller Arten von Wesen, wie auch die Möglichkeit,
die Trennung zu überwinden. Es macht verständlich, dass der ständige Austausch
aller Teilnehmer im Lebensprozess erst das so genannte vierdimensionale10 Raum/
Zeit-Kontinuum ermöglicht (Länge Höhe Breite Zeit). In der psychologischen
Bedeutung erklärt es die unterschiedlichen Prozesse des Strebens eines Menschen:
Zum Spirituellen (Leben), zum Materiellen ( Tod), zu den weiblichen ( Yin) Themen
und zu den männlichen ( Yang) Themen des Lebens in der Welt. Das Kreuz zeigt die
Vereinigung der heiligen Kräfte zur Erzeugung eines individuellen Wesens aber
9 Wahre Gefühle stammen aus der Persönlichkeit eines Menschen. Sie sind kraftvoll, spontan
und auf Gegenwärtiges ausgerichtet. So genannte Sekundärgefühle sind gefühlsähnliche
Verhaltensprogramme, die durch die Notwendigkeit zur sozialen Anpassung und unverarbeitete
Traumata geschaffen worden sind.
(10 Genau genommen ist das Universum nicht vierdimensional. Aber in diesem Zusammenhang reicht
diese stark vereinfachte Betrachtungsweise völlig aus. Genaueres über den Aufbau der Schöpfung
erfährst du im Kapitel „Spirituelle Kosmologie“.)
auch den Prozess des Todes, in dem sich die einzelnen Bestandteile trennen. Es zeigt
den Zustand des Leids, der dadurch entsteht, dass jemand keine Verantwortung für
seinen Weg übernimmt, sich zum Beispiel im Helfersyndrom verliert und deswegen,
durch seine Weigerung, das Leben spirituell wirklich sinnvoll und freudvoll zu nutzen,
bewegungsunfähig und leidend buchstäblich ans Kreuz genagelt ist.
Wer die vielfältigen Möglichkeiten, Glück, Sinn, Erfüllung und Liebe in einem
physischen Körper zu erfahren, nicht nutzen will, wird natürlich in Leid, Ohnmacht,
Schmerz, Angst und Sinnlosigkeit vegetieren. Anstatt die guten Gaben der Schöpferkraft
in dieser Welt zu nutzen, ergeht sich derjenige, der das physische Leben ablehnt,
in Anklagen gegen die, welche die Botschaft des Göttlichen verstehen und ihr Bestes
tun, Sinn und Liebe auch im materiellen Leben zu verwirklichen, das ihnen ja von der
Schöpferkraft geschenkt wurde.
Das Kreuz zeigt aber auch das Glück, das aus dem Tanz der Beziehungen, dem
unendlichen tantrischen Reigen von Verlangen, Sehnsucht, Hoffnung, Trennung
einerseits und Vereinigung, Erfüllung, Liebe und Ekstase andererseits entsteht und
den göttlichen Sinn der irdischen Existenz erfahrbar werden lässt.11
In der Mitte des Kreuzes kannst du im Gleichgewicht der Kräfte ruhen, dich
regenerieren und den Überblick behalten oder erlangen. Oder du kannst leiden,
weil du nicht alles gleichzeitig machen, nicht mit allem und jedem ständig intensive
Beziehungen haben kannst, und weil du die Gewohnheit pfl egst, auf das Entfernte
zu schauen anstatt das dir Nahe wahrzunehmen und ein chronisches Armuts- und
Elendsbewusstsein aufbaust.
Suum cuique jedem das Seine!
Auf das Individuum bezogene Bedeutungen des Kreuzes
Auf einer persönlicheren Ebene kann das Kreuz dabei helfen, die Erfahrung des Todes
eines geliebten Freundes zu verstehen und sinnvoll zu integrieren, es kann die Notwendigkeit
einer eigenen Entscheidung klar machen, anstatt zu warten, bis jemand
anders sie trifft und damit das durch Entscheidungslosigkeit geschaffene Machtva-
kuum auffüllt. Das Kreuz kann den Prozess erklären, der nötig ist, um Kreativität
hervorzurufen, wenn sie gebraucht wird. Es kann die Ursachen persönlichen Leidens
durch Eifersucht, Gier, Dogmatismus und Neid erklären und Möglichkeiten der Heilung
dieser Probleme beschreiben.
Durch die Zuordnung zu den vier Elementen hilft das Kreuz, Ungleichgewichte
durch Überbetonung oder Vernachlässigung bestimmter Elemente im Alltag rechtzeitig
zu erkennen und auszugleichen. Es zeigt die Beziehungen der Elemente zueinander
denn Feuer und Wasser stehen sich beispielsweise nicht grundlos genau gegenüber!
Wer eine Herausforderung im Leben bewältigen will, kann eine der vier Qualitäten,
die den vier Elementen entsprechen und in den vier Armen des Kreuzes dargestellt
sind, verwenden, um weiterzukommen. Zum Beispiel sich mit der Kraft des
Feuers dynamisch durchsetzen, andere zur Mithilfe motivieren, indem ihre Gefühle
entfl ammt werden und mit Enthusiasmus und Kreativität einen Weg (er-)fi nden.
Oder er kann in meditativer Versenkung in die eigene Mitte gehen, da wo sich das
Göttliche Sein und das menschliche Selbst berühren und sich von den auf diese Weise
gewonnenen mystischen Einsichten durch den Dschungel der Probleme leiten lassen.
Natürlich lässt sich das Symbol des Kreuzes, das übrigens im Altertum in weiten
Teilen des Orients und Okzidents ein Wahrzeichen der heiligen Kraft der Großen
Göttin war, noch wesentlich tiefer und umfassender auslegen, doch wollen wir es bei
diesen Beispielen belassen, um unser Ziel, das allgemeine Verständnis der spirituellen
Symbole, nicht aus den Augen zu verlieren.
Ein Symbol praktisch nutzen lernen
Um ein Symbol praktisch nutzbar zu machen, muss der Geist angeregt werden, die
abstrakte Bedeutung des Symbols an konkreten Problemstellungen und Ereignissen
des täglichen Lebens zu erfahren. Ein spirituelles Symbol beschreibt
eine Struktur in sehr knapper, präziser und ganzheitlicher Form.
Ein spirituelles Symbol ist eine Art Kurzschrift der Philosophie
des Heiligen.
Durch aus dem täglichen Leben entnommene Beispiele
wird die abstrakte Struktur des Zeichens verständlich, und
der bewusste Verstand kann Ähnlichkeiten in den Mustern
der Beispiele erkennen, bis er die Fähigkeit erwirbt, Struktur
und Inhalt, die durch das Symbol dargestellt werden, eigenständig
in der Welt und natürlich auch in sich zu erkennen. Durch regelmäßige Übung wird
der kreative Umgang mit dem Symbol ermöglicht, der dann wiederum persönliche
Erkenntnis und die Anwendung des durch das Symbol bezeichneten Prinzips zur Problemlösung
im Innen und Außen unterstützt.
Erst durch das umfassende Verständnis also, wo im konkreten Erleben die abstrakte
Botschaft des Symbols zu fi nden ist, können Kreativität und Intuition beginnen, ihre
Arbeit zu tun. Verstandesmäßiges Ergründen auf der Basis praktischer Erfahrungen
ist wie ein Pfl anzstock oder Pfl anzengitter im Garten, an denen sich die lebendig
wuchernden Ranken von Intuition, Kreativität und Inspiration entfalten können.
In Kurzform: Das abstrakte, unendliche Potential des Yang braucht die konkrete,
begrenzte und begrenzende (!) Struktur des Yin, um in Erscheinung treten und etwas
Praktisches bewirken zu können. Wenn also der männliche Freiheitsdrang gegen die
weiblichen Wünsche nach Heim und Familie und geordnetem Leben rebelliert, ist dies
nur zu verständlich gleichwohl ist es gerade die durch die weibliche Struktur dem
Mann auferlegte Beschränkung, die ihm hilft, sich wirklich auf sein Potential, und
damit auf Verantwortung, Beziehung und damit letztlich auf sich selbst einzulassen.
Ohne eine konkrete Aufgabe ist die Wirkung von Kraft nicht beobachtbar weil sie nicht
stattfi ndet. Freiheit von etwas macht keinen Sinn. Freiheit für etwas bewirkt Verantwortung,
Beziehung, Liebe, die Verwirklichung von Visionen und noch vieles mehr …
Der rechte Umgang mit spirituellen Symbolen setzt Inspiration, Kreativität und
Intuition in Gang und damit letztlich die direkte spirituelle Erkenntnis, aus der aufmerksam
erlebten Erfahrung. Der Verstand könnte diesen Vorgang niemals ohne die
Hilfe von Symbolen leisten, da er die sich ihm zeigenden Erfahrungen in der Welt als
voneinander getrennt, als zusammenhanglos betrachten würde. Durch ein spirituelles
Symbol wird also ein Grundmuster des Lebens enthüllt, das sich in vielgestaltiger
Form mit jedoch immer gleicher Essenz zeigt. Symbole weisen auf die Gesetze und
Prozesse hinter den auf der direkt wahrnehmbaren Oberfl äche ablaufenden Vorgängen12
hin und geben so die Möglichkeit, sich an den Wahrheiten der verborgenen,
esoterischen Wirklichkeit in seinen Entscheidungen und Handlungen zu orientieren.
Was unterscheidet profane und spirituelle Symbole?
Spirituelle Symbole unterscheiden sich von profanen dadurch, dass sie in abstrakter,
kurzer Form Grundmuster des Lebens darstellen. Beispiel: Das Yin/ Yang-Symbol.
Profane Symbole beschreiben in abstrakter, kurzer Form eine Anweisung (Stoppschild;
Pluszeichen in der Mathematik) oder eine über die fünf Sinne Sehen, Hören,
körperliche Empfi ndung, Riechen, Schmecken wahrgenommene Erfahrung (ein
Buchstabe, der für einen bestimmten Klang steht; das Wort „Streicheln“; eine Zahl,
die eine Menge beschreibt). Natürlich können Symbole, die von vielen als profan, also
ohne tiefere Bedeutung, angesehen werden, durchaus eine umfassende Philosophie
vor den Augen des Unwissenden verborgen in sich tragen.
Zahlen zum Beispiel werden von praktisch jedem täglich zum Rechnen verwendet.
Außerdem kann man jedoch jeder Zahl ein spirituelles, kosmisches Prinzip zuordnen,
wie es in der altehrwürdigen Kunst und Wissenschaft der Numerologie getan wird.
Wer nicht über eine Ausbildung gelernt hat, Zahlen auch als spirituelle Symbole zu
erkennen, wird sie für die Numerologie nicht nutzen können. Auch hier zeigt sich wieder,
dass der Verstand als Voraussetzung und „Wasserträger“ spirituellen Bewusstseins
durchaus seine Berechtigung in einer spirituellen Ausbildung hat.
Eine weitere Wirkungsebene der spirituellen Symbole erschließt sich, indem ein
Mensch über eine Einweihung, die auf unterschiedliche Weise stattfi nden kann, die
Befähigung zur Handhabung von spirituellen Kräften außerhalb von subjektiven
Zuständen erlangt, als praktisches Machtmittel also. Dies kann per Ritual durch
einen dazu im spirituellen Sinne bevollmächtigten und entsprechend ausgebildeten
Vertreter der jeweiligen Tradition (Beispiel: Reiki- Einweihung; Kriyâ-Yoga- Einweihung;
TM- Einweihung) geschehen.
Ein anderer Weg führt über den Erwerb tiefen Verständnisses der essentiellen
Bedeutung des Symbols durch Lernen auf allen Ebenen des menschlichen Seins und
ein Ritual der Tradition, zu der das Symbol gehört. In dem Ritual wird eine dauerhafte
Vereinigung mit der spirituellen Essenz des Symbols im Rahmen der entsprechenden
Tradition geschaffen. Dies geschieht durch persönlichen Einsatz zu einer geeigneten
Zeit (passende astrologische Konstellation für den Übenden) und mittels der entsprechenden
Techniken der spirituellen Öffnung durch Anrufung der Lichtwesen, die mit
dem Symbol in Resonanz stehen, durch Mantra-Arbeit, passende Musik und symbo-
12 Das bedeutet dann: Esoterik die Wahrheit hinter den Kulissen.
13 Gerade noch rechtzeitig realisiere ich die gegenüber meiner lange zurückliegenden Jugend doch
stark veränderte Zeitqualität: Ersetze bitte nach Belieben „Hi-Fi Stereo“ durch „Dolby 7.1 Surround
Sound“.
lische Handlungen (Rituale) zur Steigerung der persönlichen Resonanz zu der Essenz
des Symbols und den mit ihr verbundenen Lichtwesen (Beispiel: Selbsteinweihung Dr.
Mikao Usuis in die Kraft, mit Reiki arbeiten zu können; Kûkais Selbsteinweihung in
das Mantra des Wissens).
Was passiert genau bei einer Einweihung in die Kraft eines Symbols?
Es ist dabei wichtig zu verstehen, dass eine Einweihung nicht wirklich in die Kraft
eines Symbols erfolgt. Das Symbol ist eine Art Radioempfänger. Je nach der Eigenart
des Symbols und dem Grad der Einweihung kann der Betreffende damit Musik in
Telefonqualität oder in Hi-Fi Stereo13 hören, nur die Mittelwellensender, oder auch
UKW, KW und andere Bänder empfangen, den Klang verändern oder nicht und
so weiter. Ein Radio kauft man sich ( Einweihung durch einen anderen Menschen)
oder baut es aus Einzelteilen selbst zusammen ( Selbsteinweihung wie oben erklärt).
Bietet ein Radiogerät viele Möglichkeiten, braucht es lange Zeit und intensives theoretisches
und praktisches Lernen, um zu verstehen, wie die vielfältigen Funktionen
richtig genutzt werden können. Wer vor einem Funkgerät im Cockpit eines Jumbojets
sitzt, ohne in dessen Handhabung ausgebildet worden zu sein, wird außer eventuellen
Zufallsergebnissen nicht viel von den vielen tollen Features des Hightech-Gerätes
haben. So wird es vielleicht verständlicher, dass Ausbildung und Einweihung
untrennbar zusammengehören.
So wenig wie ein Radiogerät ohne Stromquelle und einen Sender funktioniert, dessen
ausgestrahlte Botschaften es empfangen kann, können Symbole ohne eine Kraftquelle
und ohne die Mitwirkung eines göttlichen Wesens ihre Aufgaben erfüllen. Ein
wesentlicher Grund, warum in diesem Buch genau auf die verschiedenen Lichtwesen
eingegangen wird, die mit dem Usui-System der Natürlichen Heilung mit Reiki zu
tun haben!
Spirituelle Symbole sind als Werkzeuge objektiver Energiearbeit (siehe unten)
immer an eine bestimmte spirituelle Tradition, damit zusammenhängende Techniken
und dafür zuständige göttliche Wesen angeschlossen. In diesem Rahmen funktionieren
sie effektiv, berechenbar und zuverlässig, sofern der Nutzer in sie eingeweiht ist
und die Potentiale durch seine Ausbildung zu nutzen weiß.
Was ist, wenn ein Symbol in mehreren verschiedenen
spirituellen Traditionen verwendet wird?
Wenn ein bestimmtes Symbol in mehreren spirituellen Traditionen verwendet wird,
kann eine Einweihung innerhalb einer Tradition grundsätzlich nicht die Funktionen
dieses Symbols in allen Traditionen, wo es auftaucht, verfügbar machen. Ist eine
spirituelle Tradition aus anderen hervorgegangen, kann durch eine Einweihung und
Ausbildung in ersterer sowie intensives Studium, Erfahrung und mystische Erkenntnis
eine Reise zu den Wurzeln angetreten werden, die nach und nach immer mehr von
den geheimen Kräften des Symbols, die in vorausgegangenen Traditionen zugänglich
waren oder sind, verfügbar macht. Dieser Prozess hat viele Parallelen zu dem oben
angesprochenen Vorgang der Selbsteinweihung. Das vorliegende Buch ist mit der
Absicht verfasst worden, dem im Usui-System des Reiki eingeweihten Leser eine solche
Vertiefung und Erweiterung seiner Kenntnisse und Fähigkeiten zu ermöglichen.
Was ist ein Mantra?
Ein Mantra besteht aus einem Wort, Satz oder mehreren Sätzen in einer meist heiligen
Sprache wie Sanskrit oder es ist aus einer solchen in eine andere Sprache übertragen
worden. Mit einem Mantra lassen sich heilsame Einfl üsse auf allen Ebenen
gezielt oder allgemein zur Wirkung bringen. Mit einem Mantra lässt sich heilen, die
Persönlichkeitsentwicklung fördern, ein bestimmter spiritueller Einfl uss in das Leben
rufen, Angst harmonisieren, ein Tier besänftigen, ein Symbol, wie etwa eines der
Reiki-Zeichen aktivieren, Heilsteine reinigen und vieles mehr.
Die wörtliche Bedeutung eines Mantras lässt sich in den meisten Fällen nur ungefähr
angeben. Der Sinngehalt eines jeden Mantras ist wegen seines direkten Bezuges
zur Göttlichkeit so komplex, dass sich über ein Mantra mitunter eine Bibliothek an
Erklärungen schreiben lässt, zumal es auch oft mehrere Wirkungsebenen gibt, die
unterschiedliche Bedeutungen haben.
Die Herleitung des Wortes Mantra
Die Silbe „Man“ stammt ab von dem Sanskritwort „Manana“ (Denken). Die Silbe
„tra“ ist abgeleitet von „Trâna“ (Befreiung aus den Fesseln der Welt der Erscheinungen
= spirituelles Erwachen). Jedes Mantra ist in seinem tiefsten Wesen ein Aspekt der
Großen Göttin, die sich wiederum durch die Mantra-Übung in der Wirklichkeit
manifestiert. Eine jede Mantra-Übung ist dementsprechend eine Verehrung der Göttin.
Wird das Spirituelle Erwachen durch die Übung eines Mantras erfahren, hört der
Übende das Erste Wort, mit dem die Große Göttin in ihrer Erscheinungsform als Vâ c
Ansichten über Symbole
Jean Gebser, der neuzeitliche Schweizer Philosoph, meint, dass jedes
echte Symbol ein wirkendes Ursprungselement und präformierendes
Grundmuster des Seins, des Seienden und des Gewordenen, also der
ganzen Wirklichkeit, sei.
(Frei zitiert nach: „Ursprung“, Seite 244)
C. G. Jung sagt zum Thema Symbol, „… dass es [das Symbol] vom
Standpunkt des Realismus aus betrachtet keinen Wahrheitsgehalt
habe, aber es ist psychologisch wahr, und es war und ist die Brücke
zu den allergrößten Errungenschaften des Menschen“.
(Frei zitiert aus: „Symbole der Wandlung“, Seite 390)
Und weiter …
„Symbole sind geformte Energien, Kräfte, das heißt determinierende
Ideen, die einen ebenso großen geistigen wie affektiven Wert haben.“
(Frei zitiert aus: „Typen“, Seite 333)
Der Geist dann ruht auf seiner eignen Tiefe
und über seines Schoßes Dunkel brütet.
Was Absicht und Vernunft hervor nie riefe,
von selbst aufblühend lieblich dar sich bietet,
und aus der Kräfte tief beseeltem Zeugen
sieht man der Dinge Urgestalten steigen.
(Humboldt, 57. Sonett)
das Universum, die Seinsebene der materiellen Welt mit allen dazugehörigen Lichtwelten
geschaffen hat. In jedem Mantra ist Devatâ, das Höchste Bewusstsein enthalten.
Nur durch das Wiederholen eines Mantras allein entsteht keine spirituelle Übung
oder Wirkung. Der Übende muss sich der spirituellen Kraft in Wort, Gedanke und Tat
hingeben bereit sein, sie vorbehaltlos zu verwirklichen und damit die heilige Kraft
der Göttin durch sich in die Welt hinaus fl ießen und Gestalt annehmen zu lassen.
Lippen und Zunge, mit denen ein Mantra geäußert werden, sind Refl exzonen des
2. Chakras. Der Kehlkopf und die Stimmbänder gehören zum 5. Chakra, das wiederum
seine Kraft vom 2. Chakra bekommt. Um die Kraft eines Mantras zu verstärken,
ist deswegen ein starkes, ausgeglichenes und mit den anderen Energiezentren gut
verbundenes 2. Chakra sowie ein gut funktionsfähiges 5. Chakra wichtig.
Wie werden Mantras richtig ausgesprochen und angewendet?
Die richtige Aussprache eines Mantras ist weniger wichtig als eine korrekte energetische
und spirituelle Beziehung zu seinem Sinngehalt und seiner spirituellen Quelle
sowie der aufrichtige Entschluss, den Sinngehalt des Mantras auf positive, dem Besten
des Ganzen dienende Weise zu verwirklichen.
Mantras funktionieren am schnellsten und besten, wenn der Übende von einem
kompetenten Lehrer entsprechend eingeweiht wird.
Eine allgemeine Wirkung eines Mantras ergibt sich durch tägliche, mindestens
108-malige Wiederholung. Um eine gezielte Wirkung zu bekommen, sollte vor jeder
Mantra-Arbeit eine entsprechende positive Bitte gedacht oder ausgesprochen werden.
Vor der Mantra-Übung kann die entsprechende Gottheit oder die Göttin allgemein
oder in Bezug auf ein besonderes Thema um Hilfe gebeten werden. Dies verstärkt die
Wirkung der Mantra-Arbeit wie ein Brennglas. Zum Schluss einer jeden Übung sollte
um Segen gebeten und gedankt werden.
Die mindestens 108-malige Wiederholung setzt besonders starke spirituelle Heilkräfte
frei. Es gibt in der indischen spirituellen Tradition 108 heilige Namen der
Schöpferkraft und 108 ist die Anzahl der wesentlichen Energiekanäle (Nadis), die von
den Hauptchakras ausgehen.
Durch regelmäßige, idealerweise tägliche Übung von mindestens 108 Wiederholungen
eines Mantras oder ein Mehrfaches davon wird der Übende immer resonanter
für die Botschaften, Einwirkungen und Heilkräfte des Engels oder der Gottheit, die
das betreffende Mantra beschützt. So kann dieses Lichtwesen immer mehr für den
Betreffenden tun, Heilung auf allen Ebenen bewirken und bei der konstruktiven Veränderung
des Lebensmusters helfen. Gleichzeitig setzt das Mantra auch direkt in dem
Übenden heilsame Prozesse in Gang, die Gesundheit und Wohlbefi nden fördern und
die Psyche positiv beeinfl ussen.
Damit ein Mantra jedoch überhaupt eine Wirkung entfaltet, ob direkt oder indirekt,
muss zuerst eine grundsätzliche Resonanz hergestellt werden. Dies geschieht durch regelmäßige
Wiederholungen, wie oben beschrieben, oder eine entsprechende Einweihung, die
einen Kanal zu dem Lichtwesen öffnet, das für das entsprechende Mantra zuständig ist.
Um eine deutliche Wirkung zu erzielen, sollte mindestens 40 Tage lang täglich
108 Mal ein Mantra geübt werden. Ein Vielfaches von 108 Wiederholungen pro Tag
verstärkt die Wirkung erheblich.
Werden während etwa drei Monaten ungefähr 125.000 Wiederholungen eines
Mantras vollbracht, ergibt sich oft (aber nicht zwangsläufi g) eine Art spiritueller
Quantensprung in der Entwicklung des Übenden und er bekommt außerdem oft
die Fähigkeit, in das Mantra einzuweihen.
Der richtige Umgang mit einer Mâlâ (Gebetskette)
Für Mantra-Übungen werden meist so genannte Mâlâs, Ketten mit 108 plus einer
Perle verwendet. Ausgehend von der Einzelperle, auch Guru-Perle oder Meru (Heiliger
Berg) genannt, wird mit Daumen und Mittelfi nger Perle für Perle jede Wiederholung
des Mantras gezählt, bis die Guru-Perle auf der anderen Seite erreicht ist. Diese
wird einen Moment mit Daumen und Mittelfi nger gehalten, dann wird die Übung
fortgesetzt, indem Perle für Perle zurück gezählt wird. Die Guru-Perle wird bei einer
Mantra-Übung nie überschritten. Sie speichert die spirituelle Kraft und verstärkt so
wie eine Art Hebel mit der Zeit immer mehr die Mantra-Arbeit des Übenden.
Wird die Mâlâ von dem Übenden am Körper getragen und nachts unter das Kopfkissen
oder dicht neben den Kopf gelegt, unterstützt das die Wirkung sehr. Die Mâlâ
ist ein persönlich geprägter heiliger Gegenstand und sollte nicht ohne wirklich wichtigen
Grund an andere Personen verliehen oder aus der Hand gegeben werden.
Es gibt verschiedene Arten von Mâlâs, die jeweils bestimmte Mantra-Arten verstärken
können. So ist eine Rudraksh-Mâlâ besonders gut für Shiva-Mantras, eine Basilikum-
Mâlâ (Tulsiholz) unterstützt alle Göttinnen-Mantras. Grundsätzlich eignet
sich jedoch jede Mâlâ für jedes Mantra.
Eine Mâlâ sollte an einem besonderen Platz wie einem Altar aufbewahrt werden,
wenn sie nicht gebraucht wird.
Wird eine Mâlâ gesegnet verstärkt dies ihre Wirkung.
Was bedeuten die Endungen namahâ und svâhâ der Mantras?
Namahâ bedeutet „Ich bringe dar!“ (spirituelles Opfer). Diese Endung ist geschlechtslos.
Grundsätzlich wird namahâ als Endung von Mantras bis zum Alter von 29 30
Jahren verwendet.
Svâ hâ bedeutet: „Ich bringe den spirituellen Bereichen dar!“. Diese Endung ist weiblich.
Grundsätzlich wird svâ hâ als Endung für Mantras ab dem Alter von etwa 29 30
verwendet.
Das Wort Mahâ
Mit diesem Wort, das oft in einem Mantra vor den Namen einer Gottheit gesetzt
wird, lässt sich die Wirkung des Mantras verstärken und besonders harmonisch und
ganzheitlich wohltuend abstimmen.
Wie wirken Symbole eigentlich?
Symbole und Mantras werden weltweit in allen spirituellen Traditionen für Meditation,
Persönlichkeitsentwicklung, mystische Erfahrungen, Heilung und Energiearbeit
verwendet. Grundsätzlich lassen sich dabei zwei Arten von Wirkungen unterscheiden.
Symbole und Mantras,
die subjektive Veränderungen bewirken können
Moderne Beispiele dafür sind etwa Affi rmationen und der bewusste Gebrauch von
symbolisch bedeutsamen Gegenständen ( Kreuz, Yin/ Yang-Symbol, Kreis), Formen
und Farben, um bestimmte Stimmungen und Assoziationen hervorzurufen. Im esoterischen
Zusammenhang werden zum Beispiel im chinesischen Feng Shui der Kunst
und Wissenschaft, Arbeits- und Wohnräume sowie Gärten lebensfreundlich und
heilsam zu gestalten derartige Symbole gern eingesetzt.
Jedes beliebige Zeichen oder Bild, jedes Wort und praktisch jeder Gegenstand
kann auf diese Weise von jedem Menschen zum Zweck der Einleitung einer subjektiven
Erfahrung gebraucht werden, solange für den Betrachter eine bestimmte starke
Gefühlsassoziation, zum Beispiel aufgrund seiner Erziehung, seines kulturellen Hintergrunds,
der Zugehörigkeit zu einer Religion oder einer eindrucksvollen persönlichen
Erfahrung damit irgendwie verbunden ist.
Die dabei erzielten Wirkungen sind sehr unterschiedlich und durchaus nicht für
beliebige, unvorbereitete Anwender gleich, da eben die Art der persönlichen, gefühlsmäßigen
Wertung des Wahrgenommenen die Wirkungsart, -dauer und -intensität
wesentlich bedingt.
Angesprochen werden die Gefühle, moralische und ethische Werte und Normen,
Assoziationsketten, Erinnerungen. Es wird eine Erwartungshaltung aufgebaut und
eventuell neben dem Hervorrufen einer mehr oder weniger komplexen Stimmung
eine gefühls- oder verstandesmäßige Einsicht bewirkt. Die Wirkungen sind hier also
wesentlich von individuellen Vorprägungen abhängig. Die subjektive Veränderung
kann soweit gehen, dass Körper- und Bewusstseinszustände verändert werden und
auf diese Weise sowohl Krankheits- als auch Gesundungsprozesse unterstützt werden
können. Wer das schwer nachvollziehbar fi ndet, möge sich die starken emotionalen
und darauf beruhenden körperlichen Reaktionen der Zuschauer bei Filmen wie „Vom
Winde verweht“ und „Dornenvögel“ vergegenwärtigen.
Die mitunter hohe Effektivität der subjektiv wirkenden Symbole ist in keiner
Weise eine magische Wirkung im Sinne der Energiearbeit! Magie funktioniert defi -
nitiv nicht auf der Basis individueller Vorprägungen und purem Glauben. Objektive
Energiearbeit, im Sinne der Veränderung der Struktur individueller Lebensprozesse
(Magie/ Zauberei) durch Erzeugung von im Außen und Innen des Menschen wirksamen
Tendenzen, die bestimmte Ereignisse und Erlebnisqualitäten begünstigen und
andere schwächen, oder das Arbeiten mit Kräften, die von Lichtwesen, wie Göttern,
Bodhisattvas und Engeln empfangen werden ( Reiki; Geistheilung) fi ndet bei der
Arbeit mit subjektiv wirksamen Symbolen grundsätzlich nicht statt.
Wie wird mit einem subjektiv wirkenden Symbol gearbeitet?
Jedoch können subjektiv wirksame Symbole verwendet werden, um sich in Bewusstseinszustände,
Stimmungen und Körperzustände zu versetzen, die objektive Energiearbeit
zu unterstützen vermögen. Insofern gibt es viele Übergänge zwischen beiden
Bereichen. Außerdem kann, je nach Ausbildungsfortschritt eines Schülers, ein subjektiv
wirkendes zu einem objektiv wirkenden Symbol werden! Zum Beispiel durch eine
Einweihung.
Grundsätzlich ist jedes Symbol, dessen Bedeutung einem Anwender nicht durch
entsprechende spirituelle Unterweisung ( Lernen kombiniert mit Erfahrung und Einweihung)
verständlich ist, nur ein subjektiv wirkendes Instrument. Es wird deswegen
vorzugsweise betrachtet oder im Geiste visualisiert und bewusst mittels der Vorstellung
mit bestimmten Zuständen von Körper und Geist, Erfahrungen und Erkenntnissen
im Innen und Außen verbunden. Natürlich können auch durch solche Symbole
die Lebensenergien des Körpers bewegt und innerhalb gewisser Grenzen verändert
werden. Die Nerventätigkeit, die aus der Akupunktur bekannten Meridiane und
die Chakras (nicht materiell vorhandene, aber an den physischen Körper gebundene
Energieorgane, die die unterschiedlichen Lebensthemen organisieren und repräsentieren)
reagieren auf das menschliche Gefühlsleben, Erinnerungen, Assoziationen,
Bewusstseinszustände und deren sinnvolle Integration in die Gesamtpersönlichkeit.
Im Unterschied zu den objektiv wirkenden Symbolen geht jedoch die Wirkung
grundsätzlich nicht über das persönliche Energiefeld ( Aura) eines Menschen hinaus.
Das Neurolinguistische Programmieren ( NLP), Mentaltraining und Silva Mind
Control sowie Autogenes Training sind bekannte Systeme, die subjektiv wirkende
Symbole auf die oben erklärte Art nutzen.
Symbole und Mantras,
die objektive Veränderungen bewirken können
Beispiele dafür sind die Reiki-Symbole und Mantras, aber auch Runen oder magische
Amulette und die aus dem indischen Vastu, der „Mutter des Feng Shui” bekannten
heiligen Mandalas (Yantras), mit deren Hilfe die energetischen Qualitäten und die
Wohnatmosphäre von Räumen verändert werden, oder Mantras wie „Om namah
Shivaya“ und „Om mani padme hum“.
Um mit diesen Werkzeugen im Sinne objektiver Energiearbeit umgehen zu können,
bedarf es grundsätzlich der Vermittlung durch jemanden, der sie bereits in einem
bestimmten objektiven Rahmen einsetzt und die Fähigkeit hat, das System seiner
Energiearbeit spirituell zu übertragen. Oder aber der innigen Einstimmung auf das
entsprechende System sowie natürlich dem Erlernen des fachgerechten Gebrauchs des
Symbols.
Letzteres wird zum Beispiel im Esoterischen Buddhismus (dem spirituellen Weg,
aus dem Reiki seinerzeit hervorging) mittels präziser Rituale und dem oft mehr als
100.000 Mal wiederholten Rezitieren von Einweihungsmantras zu für den Übenden
günstigen astrologischen Zeiträumen bewirkt, verbunden mit einer Abfolge von Visualisationen
von Mandalas und Anrufungen der entsprechenden Gottheiten in Zuständen
tiefer Meditation. Usui nutzte einige dieser Möglichkeiten zur Selbsteinweihung
während seines 21-tägigen Retreats auf dem Kurama-Berg, einem seit Jahrhunderten
berühmten Kraftplatz in der Nähe Kyotos. Dort fastete er in der Abgeschiedenheit,
nahe bei einem malerischen Wasserfall. Unterstützt von der Kraft des heiligen Platzes
sowie den außerordentlich günstigen astrologischen Konstellationen in den Transiten
seines Geburtshoroskops14, erlangte er in einem mystischen Erleuchtungserlebnis
Zugang zu der Heilkraft des Reiki und der Macht der damit verbundenen Mantras,
Symbole und Einweihungsrituale. Diese astrologische Situation war so außergewöhnlich
positiv für eine spirituelle Erleuchtungserfahrung, wie ich es in meiner astrologi
schen Praxis und diesbezüglichen Forschungen noch nie zuvor gesehen habe.
Trotzdem hätte diese günstige Zeitqualität nichts genützt, wäre Dr. Usui nicht durch
sein jahrzehntelanges spirituelles Studium gut vorbereitet gewesen und hätte er nicht
genau gewusst, welche Art von Übungen er wo und wie lange durchführen musste.
14 Vergleiche dazu das von mir (Walter) aufgestellte Geburtshoroskop Dr. Mikao Usuis in meinem Buch:
„Reiki Der Weg des Herzens“, Windpferd Verlag.
Wird der erste, recht unkomplizierte und im Allgemeinen wenig anstrengende Weg
von Mensch zu Mensch gewählt, anstatt die aufwendige Prozedur des zweiten Weges,
wird dies als Einweihung15 bezeichnet. Diese kann, je nach der Eigenart der entsprechenden
Tradition, auf die unterschiedlichste Art im Rahmen eines Rituals praktisch
umgesetzt werden.
Beispiele dafü r sind: Reiki- Einweihungen, taoistische Einweihungen (Qi Gong und
Magie), Übertragen von Barraka bei den Sufi s, Shaktipad im Hinduismus, tantrische
Einweihungen, Kriyâ-Yoga, schamanische Einweihungen in eine bestimmte Medizinkraft,
Einweihungen innerhalb einer magischen Loge in einen bestimmten Grad (zum
Beispiel: Adeptus minor) oder eine bestimmte spirituelle Kraft einer Gottheit.
Wie können subjektiv wirkende Zeichen
zu objektiv wirksamen Symbolen werden?
Grundsätzlich können thematisch geeignete, nicht zu allgemeine Symbole der ersten
Kategorie durch entsprechende Übungen und großes persönliches Engagement
( Hingabe) sowie spirituelle Unterstützung, zum Beispiel von Engeln, zu Werkzeugen
mit genau defi nierten Funktionen im Rahmen der zweiten Kategorie gemacht
werden. Falls sie es nicht schon vorher waren. Meistens ist es dazu notwendig, dass
der Betreffende zumindest zeitweise in einem Erleuchtungszustand gewesen ist, um
die dazu nötige Arbeit zu erledigen, oder bewusst in einen solchen Zustand eintreten
und dort verweilen kann. Die Funktion eines Mantras oder eines Symbols vor seiner
Überführung in die zweite Kategorie ist nicht unbedingt im objektiven Sinne eindeutig.
Vor allem nicht, wenn es sich um ein künstlich geschaffenes Symbol handelt,
das ja im Grunde eine willkürlich und subjektiv gewählte Erscheinungsform besitzt.
Das gleiche Zeichen, das gleiche Wort oder der gleiche Satz können in verschiedenen
esoterischen Traditionen mit sehr unterschiedlichen Funktionen, Gottheiten und
Energien in Zusammenhang stehen; einmal sehr kräftig, im anderen Falle aber auch
sehr sanft wirken. Je stärker ein Symbol in seiner Erscheinung an eine in der Welt zu
beobachtende Struktur erinnert, desto enger ist dadurch grundsätzlich der Bereich
seiner möglichen Wirkungen festgelegt.
Wie Dr. Mikao Usui die Symbole und Mantras einer verloren gegangenen
Heilungstradition für sich wieder belebte
Dr. Usui musste sich Zugang zu einer verloren gegangenen Tradition verschaffen
und ging auf die oben beschriebene Weise vor, als er vor dem Problem stand, dass die
Symbole und Mantras, die er in den Sanskritschriften gefunden hatte, für ihn nicht
15 Im Gegensatz zur Selbsteinweihung.
praktisch funktionierten. Durch seine dreiwöchige Meditation und das Fasten auf
dem heiligen Berg Kurama verband er sich mit der spirituellen Tradition, die hinter
den Schriften, den Symbolen und Mantras stand, und erlangte die Fähigkeiten,
Reiki-Kanal zu sein, andere in diese spirituelle Tradition einweihen und die Werkzeuge
dieser Überlieferung gestalten und gebrauchen zu können. Er musste gleichsam
auf eine mystische Reise zur göttlichen Quelle des Reiki gehen, um dort persönlich als
Bote und Wasserträger der Göttlichen Kräfte angenommen zu werden.
Woher beziehen die objektiv wirkenden Symbole ihre Kräfte?
Objektiv wirkende Symbole beziehen ihre Kräfte von Lichtwesen, wie Gottheiten,
transzendenten Buddhas und Engeln sie werden einem Menschen, der sie benutzt,
quasi nur geliehen. So kann eine solche spirituelle Kraft in einem Menschen Stimmungen,
Gefühle, Erinnerungen, Assoziationen, Körper- und Bewusstseinszustände
sowie natürlich auch Zustandsveränderungen in seinem Energiesystem bewirken. Die
Einfl ussmöglichkeiten objektiv wirkungsfähiger Symbole gehen unter Umständen, je
nach ihrer Eigenart, weit über das persönliche Energiefeld eines Menschen hinaus. Sie
können Beziehungsstrukturen, die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen, den Zustand
von Materialien, die Funktionen elektrischer Geräte, den Ladungszustand von Batterien,
die Oberfl ächenspannung von Wasser, die Menge von Biophotonen, die die
Hand eines Menschen abstrahlt und vieles mehr direkt beeinfl ussen. Ein Beispiel
dafür ist die Fernbehandlungstechnik des Reiki-Systems.
Daraus lässt sich unter anderem der Schluss ziehen, dass die Symbole und Mantras,
die Dr. Usui in seinem System verwendet, absolut nicht Reiki sind, sondern dass sie erst
durch die traditionellen Einweihungen im Rahmen des Usui-Systems der Natürlichen
Heilung für den Eingeweihten anwendbar werden. Ansonsten sind sie Zeichen und
Worte wie andere auch und werden in der alltäglichen Sprache in Japan in anderen
Zusammenhängen oft verwendet. Es werden Tempel und Grabstätten mit ihnen
geschmückt, wobei ihr Sinngehalt nicht direkt mit den aus der Reiki-Praxis bekannten
Funktionen verbunden ist.
Wenn die Symbole und ihre Mantras korrekt, im Rahmen von Reiki- Einweihungen
vermittelt werden, kann sich jeder auf ihre Kraft und ihre Wirkung innerhalb
dieses Systems verlassen. Einfach aus Büchern wie diesem abgeschaute oder von
Freunden ohne die dazugehörige Initiation übernommene Symbole und Mantras sind
bloße Schriftzeichen aus dem esoterischen Themenbereich aber keine präzisen,
kraftvollen Werkzeuge der Energiearbeit.