Japanische Umgangsformen - Detailinformationen
Japan ist ein sehr fernes aber doch faszinierendes Land. Die Übersetzung eines alten Namens für Japan ist das Land der aufgehenden Sonne. Japan liegt vom asiatischen Festland ausgehend ganz im Osten.
So weit wie Japan geographisch entfernt, so fremd sind den Menschen der westlichen Welt die japanischen Umgangsformen. Die Japaner scheinen in allem, was sie tun nach Perfektion zu streben und vielleicht ist ihnen dieses gar nicht bewusst. Verfolgt man ihre Gesc
hichte zurück, so kann man seit über 1500 Jahre sehen, daß Japan die seltene Fähigkeit besitzt, Güter und Kulturen anderer Länder aufzunehmen und diese schließlich soweit zu verbessern, daß es in vielen Fällen etwas rein Japanisches zu sein scheint. Das hängt unter anderem damit zusammen, daß die Ursprungsländer alte überholte Kulturgüter verwerfen, während diese in Japan bis auf den heutigen Tag in ausgefeilter perfektionierter Form erhalten bleiben. Entsprechend tun sich Japaner schwer darin, alte Denkweisen abzulegen. Gerade das ist ein Punkt, warum der langfristige und erfolgreiche Umgang mit Japanern oft so schwer fällt. Das trifft auf nahezu alle Lebensbereiche zu. Besonders auffällig ist es aber in der Wirtschaft, wenn große und kleine Unternehmen mit japanischen Verhandlungen führen und Verträge unterzeichnen wollen.
Japaner lächeln in nahezu jeder Situation. Es scheint alles bestens zu laufen. Doch dann wird der Kontakt so häufig von japanischer Seite durch Nichtreagieren abgebrochen. Tage, Wochen und manchmal auch Monate, warten die man im Westen auf Antwort, bemühen sich immer wieder Kontakt aufzunehmen doch vergebens. Das führt in vielen Fällen zu der Ansicht, Japaner würden sich nicht an Abmachungen und Verträge halten. Doch mit Schuldzuweisungen kommt man in Japan nicht weiter; denn aus Sicht der Japaner hat sich die Seite aus dem Ausland schon zu der Zeit, als alles bestens zu laufen schien, ein Fettnäpfchen nach dem anderen erlaubt.
Die Beschäftigung mit japanischen Umgangsformen in Sprache, Verhalten und vor allem ihrer Kultur ist der Schlüssel zum Erfolg und zu langfristigen Verbindungen.
Ein Beispiel für die enge Verbindung von Sprache, Verhalten und Kultur japanischer Umgangsformen
Im Westen besteht die Neigung, die hiesigen Sprachen mit anderen zu vergleichen. Und genau darin liegt im Falle Japans die große Gefahr, die oft zu Missverständnissen führt. Japanisch und Deutsch kann man nicht vergleichen. Tut man es doch, ist Japanisch unendlich schwer. Akzeptiert man Japanisch als etwas völlig anderes, ist es eine einfach zu erlernende Sprache.
Übersetzt man das kurze Wort „ja“ ins Japanische, so lautet es „hai“. Hai hat im Japanischen aber noch ganz andere Bedeutungen und nur in den seltensten Fällen steht es für die Bedeutung „ja“. Meistens bedeutet hai „ich habe verstanden“ oder „ich höre zu“. Aus japanischer Sicht ist das keine Zustimmung, wie das deutsche „ja“. Die Zustimmung der Japaner drückt sich oft durch ihre Handlungen aus. Nagelt man sie darauf fest, im deutschen Sinne „ja“ zu sagen, werden sie skeptisch und entscheiden sich eher für „nein“. Eine solche Reaktion entsteht dadurch, daß Japaner sich aufgrund ihrer Erziehung unbewusst oder auch bewusst fragen: „Warum Verhandlungspartner wohl diese ausdrückliche Zustimmung? Es scheint so, als würde er uns nicht vertrauen. Wahrscheinlich kann man ihnen auch vertrauen“. Außerdem fühlen sich Japaner in solch einer Situation sehr unwohl. Aber auch das zeigen sie nicht, weil sie anders erzogen sind. Da zudem die direkte Ablehnung den Japanern aber enorm schwerfällt, lächeln sie bescheiden, hüllen sich in Schweigen und melden sich später nicht mehr. Letzteres ist dann die Ablehnung.
Solch ein Ende ist bitter und alles andere als notwendig. Auch Japan sucht den Kontakt zur westlichen Welt und kommt ohne diesen auch wirtschaftlich nicht aus. Zusammenhänge wie in diesem Beispiel sowie konkrete Verhaltensweisen und konstruktive Umgangsformen mit Japanern, ohne die eigene Identität aufzugeben, werden in den Seminaren über Umgang mit Japanern vermittelt.